Wildtiere im Winter richtig retten

Angefrorene Schwäne, schlaflose Igel, hilflose Hörnchen oder Vögel mit gebrochenen Flügeln: Wer Wildtiere findet, die im städitschen Winter Hilefe benötigen, kann für artgerechte Rettung sorgen:

Das Wildtierservice der Stadt ist unter der Wiener Telefonnummer 01 4000-49090 zu erreichen.

Eine zweite, etwas heiklere Variante – weil das Tier dafür je nach Fundort doch recht weit transportiert werden muss – ist die Wildtierfundbox in der Triesterstraße 114 in Favoriten.

Da Wildtiere nicht ans Angreifen gewöhnt sind, kann es für sie problematisch sein, eingefangen zu werden. Auch das Füttern – z.B. einem Igel Kuhmilch hinzustellen – ist kontraproduktiv. Mit Nahrung, die für das Tier keine natürliche Quelle darstellt, überfordert man sein Verdauungssystem und riskiert erst recht eine Schädigung. Auch daher ist ein Anruf beim Wildtierservice eine gute Idee, wenn man erfolgreich  helfen will.

Text ♥ lui   Foto: Amaya Eguizábal

Mini-Nationalpark in Favoriten

Am Anfang war es „nur“ naturnahes Gemeinschaftsgärtnern. Entstanden ist dabei eine Art Mini-Nationalpark in Favoriten – mit erhöhter Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren, vermehrten Begegnungen (von Mensch zu Mensch ebenso wie von Mensch zu Tier), extrem gesteigerter Zufriedeheit der BewohnerInnen (menschlich wie tierisch) und sogar mehreren Auszeichnungen.

In der Pioniersiedlung in der Favoritenstraße 235 haben einige Menschen „einfach“ damit begonnen, ihre Wohnanlage und vor allem deren Grünraum aktiv und nachhaltig mitzugestalten. Das ganze ging auf, wurde von Organisationen wie Global 2000 (mit dem Projekt „Nationalpark Garten“) oder der Wiener Umweltberatung unterstützt und entwickelte sich zu einem Vorzeigeprojekt, was sozial-ökologische Partizipation in bestehenden urbanen Siedlungen betrifft.

Die Grünflächen wurden auf naturnahes Gärtnern umgestellt, betreut durch dafür ausgebildete MitarbeiterInnen eines sozial-ökonomischen Betriebes. Brüllende Rasenmäher und dröhnende Laubbläser sind seither Geschichte. So steigerte sich die Artenvielfalt ebenso wie die Begeisterung der Anrainerschaft, so mancher pflanzt jetzt Blumen in den verschiedensten Winkeln der Anlage oder gärtnert in den Gemeinschaftsbeeten direkt vor den Fenstern drauflos. Natur, Umwelt und Mikroklima profitieren davon und das alles erzielte auch öffentlichen Impact: Die Wohnanlage bekam im August 2019 als erste die Plakette „Naturnahe Grünoase“ der Stadt Wien verliehen. Ein kurzer TV-Beitrag von W24 zeigt, was zu gewinnen ist, wenn BewohnerInnen ungebremst ihre grünen Daumen einsetzen und der Umgebung ein bißchen Wildnis lassen düfen.

Um diese Aktivitäten und damit das bisherige Engagement der BewohnerInnen weiter zu unterstützen, hat SOL – „Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil“ – bis Ende 2020 eine Servicestelle nahe der Pioniersiedlung eingerichtet. Es werden weitere gemeinsame Aktivitäten organisiert, Infomaterial wird erstellt und SOL dokumentiert die Entwicklung dieser schlauen Alternative zum gnadenlosen Rasenmähen.

Mehr Details und auch Führungen gibt es bei: SOL-Servicestelle Sapphogasse 20/1 in 1100 Wien, geöffnet Dienstags 10-14 Uhr. Telefon 0680 208 7651, Mail to pionier-oase@nachhaltig.at

Text ♥ lui   © Foto: SOL

Bio-Arbeit weltweit für Kost und Logis

WWOOF steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“, also die weltweite Möglichkeit, in nachhaltigen landwirtschaftlichen Betrieben (mit Tieren oder auch ohne) mitzuarbeiten. Das geschieht gegen Kost und Logis, aber unbezahlt. Auch die Anreisekosten trägt man selbst. Intention des Programmes sind kultureller Austausch, Weiterbildung und Erfahrungsgewinn für die WwooferInnen sowie Unterstützung für die GastgeberInnen. Das funktioniert international in mehr als 100 Ländern der Welt und auch in Österreich. Hierzulande nehmen mehr als 320 biologische Höfe teil, fünf davon sogar in Wien.

Die Länge des Aufenthaltes und die Intensität der Mitarbeit – etwa zwischen 4 und 6 Stunden am Tag – sind Vereinbarungssache zwischen GastgeberIn und WwooferIn. Oft ist dies auch bereits bei der Ausschreibung des Hofes/der Destination ersichtlich.

Zum Wwoofen ist (fast) jedes Alter geeignet, einige Länder akzeptieren aber frühestens 18jährige, andere verlangen bei Jüngeren die Zustimmung der Eltern. Nach oben sind die Grenzen offen. Wwoofen geht mit oder ohne Vorbildung! Grundlegende Sprachkenntnisse fürs Gastland sind natürlich ratsam und willkommen, manchmal geht das Sprache-Erlernen aber auch fast nebenbei oder wird von den GastbergerInnen tatkräftig unterstützt.

Eine gute Möglichkeit also, um – vielleicht in den Ferien, vielleicht in einem Freijahr, vielleicht im Urlaub – aus Neugierde einmal in eine ganz andersartige Alternative hinein zu schnuppern. Oder z.B. auch, um einen lange gehegten Traumberuf an der Realität zu messen, bevor man sich endgültig für eine Neuorientierung entscheidet. Vom Sennen auf der österreichischen Alm bis zur Mitarbeit im australischen Bambuspark – die Möglichkeiten sind enorm.

Details und Infos in deutscher Sprache unter Wwoof Österreich.

Details und Infos in englischer Sprache unter Wwoof International.

Info-Video:

Text ♥ lui   © Foto: Pyulus

Bienen eine Bleibe geben

Die nicht-kommerzielle Initiative „Stadtimker“ ist dankbar für Vorschläge, wo man Bienenvölker oder Wildbienen in der Stadt ansiedeln kann. Geeignet sind dafür prinzipiell Plätze, wo die Tiere Ruhe haben – also etwa Dächer und Dachlandschaften, Dachkammern, leerstehende Garagen oder ruhige Ecken auf einem Firmengelände, Hinterhöfe oder Brachen. Für Wildbienen können z.B. eigene Bienen-Hotels auch direkt an einer Hausmauer montiert werden.

Erstes Ziel der „Stadtimker“ ist der Schutz der Völker sowie die Forschung, um regionalspezifische, widerstandsfähige Bienenrassen und Wildbienen-Populationen zu erhalten. Honigerzeugung und Verkauf gibt es über die Stadtimkerei auch, ebenso kann man Patenschaften für Bienen übernehmen oder sich auf der Homepage unter „Impressionen“ für neue Standorte inspirieren lassen.

Wer einen Platz in der Stadt kennt und vorschlagen will, nimmt am besten über dieses Online-Formular mit der Initiative „Stadtimker“ Kontakt auf.

Weitere Detail und Informationen unter www.stadtimker.at

Text ♥ lui

Pflege-Tier mit Gratis-Arzt

Ob sich das Tier seinen Menschen oder der Mensch sein Tier aussucht, ist bekanntlich unbekannt. Unter TierfreundInnen herrscht ohnedies die Erfahrung vor, dass die Wohnung schnell der Katze/dem Hund gehört. Herrl oder Frauerl dürfen aber auch dort wohnen, kraulen und füttern.

Tier und Mensch, die zueinander passen, tun sich gegenseitig gut. Manche Tiere – besonders ältere, kranke oder sogenannte „Listenhunde“, die im Tierheim landen – haben einen erhöhten Bedarf an Pfleg und Zuwendung. Letztere kann erfüllend sein, erstere – vor allem beim Tierarzt – auch kostspielig. Das TierQuarTier in der Donaustädter Süßenbrunnerstraße 101 bietet daher all jenen Menschen, die ein Pflegetier bei sich aufnehmen, die kostenlose Nutzung der tierärztlichen Ordination an. Aber Achtung: Pflegetiere sind nicht automatisch alle Tiere aus dem Heim, sondern nur jene, für die das TierQuarTier gezielt eine Pflegestelle sucht. Auf der Homepage werden die Pfleglinge beschrieben, Kennenlern-Termin können ausgemacht werden.

Details unter tierquartier.at

Text ♥ lui

Katzen-Sharing im Café

Wer Katzen liebt, aber keinen Platz oder keine Zeit für eine dauerhafte tierische WG hat, für den kann das Katzen-Café „Neko“ eine gute Alternative sein. Fünf aus dem Tierheim adoptierte Zimmertiger streichen hier herum und verbreiten unter den Gästen die typische Katzengemütlichkeit: schläfrig-träge-schnurrend wenn gut gefüttert (also fast immer), heiter-verspielt wenn hinter dem Ball her und manchmal sogar zum Schmusen und Um-die-Beine-Streichen aufgelegt. Die Stars des Katzen-Sharings heißen übrigens Luca, Moritz, Sonia, Thomas und Kurumi.

Neko-Gründerin Takako Ishimitsu ist 1989 aus Japan nach Wien gekommen. Ihr Ziel war es, das erste Katzen-Café in Österreich zu eröffnen und das hat sie getan. Im Mai 2012 wurde aufgesperrt und der Name war selbstverständlich: „Neko“ bedeutet auf Japanisch „Katze“.

Geöffnet ist das Katzen-Café täglich von 10 bis 20 Uhr, zu finden im 1. Bezirk in der Blumenstockgasse 5. Virtuelles Kennenlernen der 5 HauptdarstellerInnen funktioniert auch unter cafeneko.at

Text ♥ lui

Birdwatching, überall

Hobbyforschen geht überall! In der freien Natur ebenso wie von Daheim – am Fenster, am Balkon oder im Garten. Auch das bringt im urbanen Raum spannende Ergebnisse. Was wegen Corona mit dem Projekt „StayHomeAndWatchOut“ in allen Partnerländern begonnen hat, kann und soll gerne zusätzlich zu den Natursichtungen beibehalten werden. Daher in jedem Fall spannend für alle Fans der vielfältigen Vogelschaar: Die österreichische Birdlife-Seite, wo auch alle aktuellen Monitoring-Projekte vorgestellt werden.

Tips zur Vogelfotografie finden sich hier ebenso wie Beobachtungsergebnisse, interessante Informationen oder Bild und Ton zur Vogel-Bestimmung. Erfreulich dabei: Einen Vogel hat man nie allein. So haben sich zum Beispiel fast 14.000 heimische Vogel-Fans an der Vogelzähl-Aktion „Stunde der Wintervögel“ im Jänner 2020 beteiligt. Die Kohlmeise (auf unserem Bild) wurde dabei am häufigsten gesichtet, gefolgt von Haussperling und Feldsperling.

Wie diese Vögel – und viele andere – aussehen und klingen, das zeigt z.B. ein Klick auf „Vogelbestimmung in Garten und Siedlung“, wo die häufigsten Brutvögel in Bild und Ton zu sehen sind.

Die gesammelten Top-10-Gartenvögel mit allerhand Infos gibt’s auch hier:

Details zu Zählungen und anderen Projekten unter birdlife.at

Natursichtungen und Hilfe

„Sehen Erkennen Melden“ – und es hat nichts mit Kriminalität zu tun! Auf der Online-Beobachtungsplattform des Naturschutzbundes kann man alle Tierbeobachtungen von überall – in der Stadt, auf dem Land – mitteilen, Bilder posten, die Erlebnisse anderer Beobachter beobachten und sich mit ExpertInnen darüber austauschen. Diese helfen z.B. bei der Bestimmung von Arten und prüfen die Einträge.

Auch der ein oder andere jahreszeitliche gute Rat wird im Interesse der Natur gegeben, wie zum Beispiel die Bitte „Fenster auf“ im Frühjahr. Gemeint sind damit Dachboden- und Kellerfenster. Wenn man sie, sobald es warm wird, einen Spalt breit öffnet, können Insekten wie z.B. das Tagpfauenauge (auf unserem Bild zu sehen) nach dem Überwintern wieder in die Natur hinaus.

Neugierig auf ein bestätigtes Zimtbär-Pärchen in Tulln? Oder darauf, was Wildbienen zum Nisten brauchen?

Spannende Details und fast unendlich viele Bilder gibt es auf der vom Naturschutzbund eingerichteten Plattform Naturbeobachtung.

Proteine aus Wurm, Heuschreck und Co.

„Ein bunter Haufen motivierter Menschen“ sind sie laut Gründer und ZIRP-Geschäftsführer Christoph Thomann. ZIRP-Insects ist ein Startup mit Sitz in Wien, das Lebensmittel auf Insekten-Basis produziert. Ja, genau – Wurm und Co. als alternative Nahrungs-Nützlinge. Sie liefern tierische Proteine, schmecken angeblich gut und ihre Zucht braucht – was auf der Hand liegt – nur einen kleinen Bruchteil jener Energie- und Platzressourcen, die beispielsweise in der Rinder- oder Schweinehaltung nötig sind.

Thoman und sein Team versuchen, das Insekten-Essen in Österreich populär zu machen. Sie sind bei Vorträgen unterwegs, bei Foodfestivals, geben Kochkurse und haben ihre Produkte bereits in dem einen oder anderen Supermarkt platziert.

Die selbst auferlegten Standards sind hoch: „Wir verwenden keine Chemie oder billigen Öle, keine Fleischreststoffe, keine E- Nummern oder neu erfundene Formeln. Wir wollen alles so nah wie möglich und nur so fern wie nötig produzieren.“

Wer neugierig geworden ist, oder auch mutig: Unter https://www.zirpinsects.com
kann man mehr über Firmen-Philosophie, Events, Rezepte (!) und Bezugsquellen erfahren.

 

https://www.zirpinsects.com
https://www.instagram.com/zirp_insects