Wildtiere im Winter richtig retten

Angefrorene Schwäne, schlaflose Igel, hilflose Hörnchen oder Vögel mit gebrochenen Flügeln: Wer Wildtiere findet, die im städitschen Winter Hilefe benötigen, kann für artgerechte Rettung sorgen:

Das Wildtierservice der Stadt ist unter der Wiener Telefonnummer 01 4000-49090 zu erreichen.

Eine zweite, etwas heiklere Variante – weil das Tier dafür je nach Fundort doch recht weit transportiert werden muss – ist die Wildtierfundbox in der Triesterstraße 114 in Favoriten.

Da Wildtiere nicht ans Angreifen gewöhnt sind, kann es für sie problematisch sein, eingefangen zu werden. Auch das Füttern – z.B. einem Igel Kuhmilch hinzustellen – ist kontraproduktiv. Mit Nahrung, die für das Tier keine natürliche Quelle darstellt, überfordert man sein Verdauungssystem und riskiert erst recht eine Schädigung. Auch daher ist ein Anruf beim Wildtierservice eine gute Idee, wenn man erfolgreich  helfen will.

Text ♥ lui   Foto: Amaya Eguizábal

Grätzl-„Zimmer“ Gartenstadt

In der historischen Gartenstadt in Floridsdorf entsteht das erste WienZimmer, noch dazu im ehemaligen Tanzsaal des trutzburgig schönen Gemeindebaus. Der heißt offiziell schon lange Karl-Seitz-Hof, kommt eingeborenen FloridsdorferInnen aber nicht anders über die Lippen als eben Gartenstadt. Weil so sagte schon die Omi.

Mit den geplanten WienZimmern wird an die Tradition der Gemeinschaftsräume in großen Wohnanlagen angeknüpft – Waschküchen, Turnsäle, Büchereien, Tanzmöglichkeit – und man will mehr oder minder das erreichen, was im „Roten Wien“ automatisch als Nebeneffekt beim Waschen und Turnen entstand: Kommunikation und das Miteinander-Aushandeln des nicht immer leichten Zusammenlebens.

Hinter den WienZimmern steckt der Fonds Soziales Wien, der damit auch seine Beratungs- und Service-Angebote direkter an die BewohnerInnen herantragen will. Jeder, der Anregungen, Wünsche oder kreative Ideen für dieses oder weitere in Planung befindliche WienZimmer hat, ist hochwillkommen. Schließlich geht’s um BürgerInnen-Partizipation.

Mitmachen bzw. Details im WienZimmer HIER.

Text ♥ lui   © Fotos: FSW

Der alte Tanzsaal, renoviert zum WienZimmer

Sport & Bewegung jetzt – I

Anregungen und Infos darüber, wie man gerade jetzt – kalt, Corona, Elefantenabstand . . . – trotzdem zu genügend Bewegung oder gar Sport kommen kann, gibt es gut gesammelt auf der Online-Plattform Bewegung findet Stadt.

Neben Lauf-, Wander- und Fahrradstrecken werden auch Angebote von Wiener Sportvereinen präsentiert, Eislaufen (so es möglich ist) und vieles mehr. Diverse Home-Videos und Live-Streams sind so ebenfalls zugänglich.

Text: ♥ lui   © Foto: Daniel Reche

Kunst ab Hinterhof: Echt für alle!

Das Projekt „Kunst ab Hinterhof“ ist – ausprobierterweise – wirklich gut. Hier sind Werke von bereits bekannteren und noch unbekannten KünstlerInnen in einer spannenden, alternativen Location im 16. Bezirk zu entdecken (eine alte Fabrikshalle, in der sich neben dem Kunstraum „Die Schöne“ auch Ateliers und eine Siebdruckwerkstatt befinden). Für die Kunstschaffenden ist es eine Möglichkeit, ihre Werke b) an KäuferInnen zu bringen und a) eine artgerechte Lagerung ihrer manchmal auch großflächigen Objekte zu haben.

Besonders fein: Hier ist Schwellenangst höchstens die Idee, über einen Türstaffel zu stolpern. Tatsächlich sind Ort, Atmosphäre und das Engagement der MitarbeiterInnen eine Einladung für alle: jung, alt, kaufwütig, nur neugierig, begütert oder eben auch nicht. Es gibt viel zu entdecken in dieser Art der Kunstpräsentation – große Empfehlung!

Wer vorher sehen will, was es ab Hinterhof zu sehen gibt: das geht bestens auf der Plattform im Netz. Sie informiert über Aktuelles, Exhibitions und alle zum Verkauf stehende Werke sowie über die KünstlerInnen. Selbst eine Suche nach Preiskategorien ist möglich (bis 250 Euro, 250 – 750 und mehr als 750 Euro). Per Newsletter lassen sich Infos beziehen, wann neue Kunstwerke (und auch: welche) eingetroffen sind.

Die Plattform Kunst ab Hinterhof gibt es seit 2019 und die ProtagonistInnen erklären das so: „Kunst sollte für jeden leistbar sein, um nicht zuletzt ein Bewusstsein für Kultur zu schaffen und jungen Kunstschaffenden die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln. Wir legen großen Wert darauf, auf unserer Plattform qualitativ hochwertige Werke anzubieten, die in Preiskategorien gehandelt werden, die nicht abschrecken und Lust auf mehr machen.“

Deswegen ist seit 15. Jänner 2019 ein Kernteam von fünf Personen damit beschäftigt, KünstlerInnen zu akquirieren und einen reibungslosen logistischen Ablauf zwischen ihnen, der  Plattform und potentiellen KundInnen zu garantieren. Jedes Werk, das auf der Homepage angeboten wird, wurde handverlesen und befindet sich im Schauraum in der Kuffnergasse. Dort kann es betrachtet, gekauft, mitgenommen oder auch verschickt werden, wohin die KäuferInnen das wünschen.

Adresse: 16., Kuffnergasse 7; Öffnungszeiten Donnerstags 12 – 17 Freitags 15 -19 Uhr; Telefon +43 699 811 386 86; Mail to kah@kunstabhinterhof.at

Details und weitere Infos auf Kunst ab Hinterhof

Text ♥ lui   © Foto: kah

Mini-Nationalpark in Favoriten

Am Anfang war es „nur“ naturnahes Gemeinschaftsgärtnern. Entstanden ist dabei eine Art Mini-Nationalpark in Favoriten – mit erhöhter Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren, vermehrten Begegnungen (von Mensch zu Mensch ebenso wie von Mensch zu Tier), extrem gesteigerter Zufriedeheit der BewohnerInnen (menschlich wie tierisch) und sogar mehreren Auszeichnungen.

In der Pioniersiedlung in der Favoritenstraße 235 haben einige Menschen „einfach“ damit begonnen, ihre Wohnanlage und vor allem deren Grünraum aktiv und nachhaltig mitzugestalten. Das ganze ging auf, wurde von Organisationen wie Global 2000 (mit dem Projekt „Nationalpark Garten“) oder der Wiener Umweltberatung unterstützt und entwickelte sich zu einem Vorzeigeprojekt, was sozial-ökologische Partizipation in bestehenden urbanen Siedlungen betrifft.

Die Grünflächen wurden auf naturnahes Gärtnern umgestellt, betreut durch dafür ausgebildete MitarbeiterInnen eines sozial-ökonomischen Betriebes. Brüllende Rasenmäher und dröhnende Laubbläser sind seither Geschichte. So steigerte sich die Artenvielfalt ebenso wie die Begeisterung der Anrainerschaft, so mancher pflanzt jetzt Blumen in den verschiedensten Winkeln der Anlage oder gärtnert in den Gemeinschaftsbeeten direkt vor den Fenstern drauflos. Natur, Umwelt und Mikroklima profitieren davon und das alles erzielte auch öffentlichen Impact: Die Wohnanlage bekam im August 2019 als erste die Plakette „Naturnahe Grünoase“ der Stadt Wien verliehen. Ein kurzer TV-Beitrag von W24 zeigt, was zu gewinnen ist, wenn BewohnerInnen ungebremst ihre grünen Daumen einsetzen und der Umgebung ein bißchen Wildnis lassen düfen.

Um diese Aktivitäten und damit das bisherige Engagement der BewohnerInnen weiter zu unterstützen, hat SOL – „Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil“ – bis Ende 2020 eine Servicestelle nahe der Pioniersiedlung eingerichtet. Es werden weitere gemeinsame Aktivitäten organisiert, Infomaterial wird erstellt und SOL dokumentiert die Entwicklung dieser schlauen Alternative zum gnadenlosen Rasenmähen.

Mehr Details und auch Führungen gibt es bei: SOL-Servicestelle Sapphogasse 20/1 in 1100 Wien, geöffnet Dienstags 10-14 Uhr. Telefon 0680 208 7651, Mail to pionier-oase@nachhaltig.at

Text ♥ lui   © Foto: SOL

Gartenbau statt Garagen-Grau

Ein für 3 Jahre angesetztes Zwischennutzungsprojekt versieht in Ottakring Beton mit Blüten: Die „Garage Grande“, ein aufgelassenes fünfstöckiges Parkhaus Ecke Deinhardsteingasse/Friedrich-Kaiser-Gasse, ist sei Juli (2020) ein Ort zum Experimentieren, Gärtnern, Workshoppen, Diskutieren, Ausprobieren und Menschen-Treffen.

Im Zentrum steht das Thema „Begrünung der Stadt“. Die Erfahrungen der kommenden Jahre sollen der – immer wichtiger werdenden – Begrünung in ganz Wien zugute kommen.

Der Anfang in Ottakring ist schon gemacht: Die ersten zarten Kletterpflanzen wie Kiwi und Hopfen ranken sich entlang der Fassade, im 1. Stock der Garage garteln AnrainerInnen in Pflanztrögen entlang der Fenster und im 3. Stock sind zwei Bienenvölker eingezogen.Was natürlich noch immer viel Platz für weitere Ideen und Umsetzungen läßt.

Betreut wird das Projekt von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung, vieles findet in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum green4cities statt.  Ermöglicht hat die Zwischennutzung der Eigentümer, Bauunternehmer Hans-Jörg Ulreich. Gartenbau statt Garagen-Grau auf 2.500 Quadratmetern Fläche – eine tolle Nutzung und viel zusätzlicher öffentlicher Raum für alle. Echt fein!

Die Gebietsbetreuung (GB*) ist jeden Donnerstag von 15 bis 19 Uhr im neuen Grätzel-Treff Deinhardsteingasse vor Ort. Sie informiert, zeigt die Räume her und sammelt neue Ideen zur Nutzung der Garage. Die werden auch gerne per Mail angenommen: garagegrande@gbstern.at

Mehr zu Projekt und Terminen direkt bei der Gebietsbetreuung.

Text ♥ lui   © Grafik: GB*

Kinder schlau beschäftigen

Egal ob in den Schulferien oder als Ausgleich zum Lernen während der Schulmonate: Kinder gut und sinnvoll zu beschäftigen, kann eine Herausforderung sein. Unterstützung und gute Ideen gibt es bei der „Kinderinfowien“. Dort finden sich Bade- und Spielplätze ebenso wie Ausflugs-Touren, Tipps für Hörspiele, Filme, Bücher und  digitale Spiele oder auch für Bastel-Ideen und Animation für Sport.

Hier geht es zum Kinderinfo-Blog

Text ♥ lui

Wie man die City-Natur vermehrt

Mauerpfeffer am Dach, Balkon-Schnittlauch für die Bienen, Kletterpflanzen an der Fassade oder ein Erdhäufchen im Garten für die Zauneidechse: Das EU-Projekt „City Nature“, eine Kooperation zwischen Wien und Bratislava, gibt auf seiner Homepage viele umsetzbare Tips, wie man in der Großstadt Natur und Artenvielfalt stärken kann. Zahlreiche Mitmach-Aktionen animieren Privatleute und Geschäftstreibende dazu, das bunte Gekreuche und Gefleuche in der Stadt aktiv zu unterstützen – denn auch Betriebsgelände eignen sich, wie Balkone, Dach- oder Schulgärten, ganz hervorragend für Artenschutz. Neugierig geworden auf das Wie?

Tips, Infos und Fotogalerie finden sich auf city-nature.eu

Geld für grüne Fassaden und Dächer

Besseres Kleinklima, weniger Feinstaub, mehr Kühle im Sommer: begrünte Fassaden und Dachlandschaften sind nicht nur schön, sondern auch nützlich für die Um- und Tierwelt in der Stadt. Die Wiener Umweltschutzabteilung fördert daher Innenhof-Begrünungen mit bis zu 3.200 Euro, straßenseitige Fassadenbegrünungen mit bis zu 5.200 Euro und Dachbegrünungen mit bis zu 20.200 Euro.

Anträge zur Einreichung, diverse Leitfäden und Projekte finden sich online beim städtischen Umweltschutz.

Natursichtungen und Hilfe

„Sehen Erkennen Melden“ – und es hat nichts mit Kriminalität zu tun! Auf der Online-Beobachtungsplattform des Naturschutzbundes kann man alle Tierbeobachtungen von überall – in der Stadt, auf dem Land – mitteilen, Bilder posten, die Erlebnisse anderer Beobachter beobachten und sich mit ExpertInnen darüber austauschen. Diese helfen z.B. bei der Bestimmung von Arten und prüfen die Einträge.

Auch der ein oder andere jahreszeitliche gute Rat wird im Interesse der Natur gegeben, wie zum Beispiel die Bitte „Fenster auf“ im Frühjahr. Gemeint sind damit Dachboden- und Kellerfenster. Wenn man sie, sobald es warm wird, einen Spalt breit öffnet, können Insekten wie z.B. das Tagpfauenauge (auf unserem Bild zu sehen) nach dem Überwintern wieder in die Natur hinaus.

Neugierig auf ein bestätigtes Zimtbär-Pärchen in Tulln? Oder darauf, was Wildbienen zum Nisten brauchen?

Spannende Details und fast unendlich viele Bilder gibt es auf der vom Naturschutzbund eingerichteten Plattform Naturbeobachtung.