Nudeln in Papier-Verpackung

Fast alle Pasta-Varianten im Supermarkt kommen in Plastik daher, einige setzen auf eine Mischung aus Karton und Plastik-Sichtfenster. Prinzipiell nennt die Industrie als Begründung für den massiven Plastikeinsatz, dass die KäuferInnen die Nudeln gerne durch die Packung sehen wollen – und hat uns seit Jahrzehnten darauf konditioniert. Eine Umstellung ist also nicht ohne geschäftliches Risiko, den Pionier auf diesem Gebiet darf man daher zurecht als Alternative ins Gespräche bringen: Die österreichische Firma Wolf Nudeln mit Sitz in Güssing hat weltweit als erste auf Papierverpackung für Nudeln umgestellt.

Auch sonst hat die Firma Umwelt-Preise abgeräumt, z.B. den Sieg in der Kategorie Luft der Energy Globe Awards Austria 2013. Unter anderem deshalb, weil für die Nudelherstellung Eier aus dem eigenen Hühnerstall verwendet werden, das Futter fürs Federvieh aus der Region stammt und der Mist der Hühner in der eigenen Biogasanlage in Energie umgewandelt wird, die wiederum zum Nudelmachen dient.

Das verwendete Verpackungspapier ist ein Spezialerzeugnis mit besonders langen Fasern, seine Grundlage ist Fichtenholz. Für einen geschlägerten Baum werden laut Firma Wolf vier neue gepflanzt; das Papier könne ganz normal in die getrennte Sammlung gegeben und danach vollständig recycelt werden.

Wer sich näher informieren will – auch zur Besichtigung der Biogasanlage! – klickt bei wolfnudeln rein.

Ob die Pasta aus Papier besser schmeckt, kann natürlich nur der Selbstversuch zeigen. Eine mögliche Alternative zur Plastikverpackung sind Papiersackerl – neben dem Einkauf in Unverpacktläden – aber jedenfalls.

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Mehrweg-Elektronik, erneuert & verbilligt

refurbed ist ein 2017 in Wien gegründeter Marktplatz für erneuerte Produkte.  Handys, Laptops, Drucker, Kameras, diverses Zubehör, Küchengeräte und mehr: refurbed kauft gebrauchte Geräte, unterzieht sie innerlich und äußerlich einer Rundumerneuerung und verkauft sie anschließend um bis zu 40 Prozent günstiger.

Firmenmotto: „Sieht aus wie neu und funktioniert wie neu.“ Inklusive sind 12 Monate Garantie, damit die KonsumentInnen die Scheu vor gebrauchten Geräten verlieren. 30 Tage Gratis-Testen sind ebenfalls drinnen. Wer Geräte lieber mietet, kann auch das tun.

Ihre Grundidee erklären die drei Firmengründer Peter Windischhofer, Kilian Kaminski und Jürgen Riedl so: „Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie umweltschädlich elektronische Neugeräte sind. Bei der Produktion entstehen Unmengen an CO₂-Emissionen, es werden wertvolle Ressourcen verbraucht und am Ende bleibt nur problematischer Elektroschrott, der aufwendig entsorgt werden muss.“ Ergo: erneuern und weiter benützen. Diesen refurbed-Gedanken wollen die drei in ganz Europa bekannt machen und damit „zu einer nachhaltigeren Welt beitragen“. Ebenfalls sympathisch: Für jedes verkaufte Gerät wird ein Baum gepflanzt.

Details unter refurbed.

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Digitaler Adventmarkt „Lights-on“

Die drei Unternehmerinnen von beontime haben eine Online-Alternative für die – heuer stark reduzierten bzw. komplett geschlossenen – Adventmärkte geschaffen. Auf der weihnachtlich gestalteten Plattform lights-on können heimische KünstlerInnen und ProduzentInnen jene Produkte anbieten, die sie normalerweise auf Adventmärkten verkaufen würden.

Dass das Netzt natürlich kein Eins-zu-eins-Ersatz für Weihnachtsatmosphäre sein kann, wissen die drei Unternehmerinnen – Sigrid Koloo, Sabine Hackl und Ricky Losmann-Hartl – natürlich auch. Und haben sich daher umso mehr bemüht, einen passenden Rahmen mit Rundum-Angebot zu schaffen. Gegen kleine Gebühr kann man z.B. an Koch- und Backworkshops oder auch an Bastelstunden für Kinder teilnehmen. Und so lange uns Corona quält, ist das jedenfalls gesundheitlich eine sehr sichere Alternative.

Nähere Infos auf lights-on.

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Günstig oder geschenkt: Sozialshop

Der gemeinnützige Verein Sozialshop bietet in drei Filialen sehr günstige bzw. auch gratis Lebensmittel und Produkte für wenig begüterte Menschen an.

Gespendete Gegenstände und Lebensmittel werden ohne Gewinnabsicht weitergegeben. Je nach Finanzlage des Vereins wird für einen Teil der Ware ein symbolischer Unkostenbeitrag verlangt. Wann immer genügend Spenden den Betrieb der Sozialshops komplett ermöglichen, wird ohne Ausnahme alles an Ware verschenkt, was da ist. Bereits 150 Betriebe – darunter auch große Supermarktketten – kooperieren mit den Sozialshops. 120 ehrenamtliche HelferInnen setzen ihre Zeit und Energie für das Projekt ein. Man geht davon aus, dass mit dieser Initiative etwa 6000 bedürftige Familien in Wien versorgt werden.

Beim ersten Einkaufsbesuch in einem Sozialshop wird man gebeten, eine Einkommensbestätigung (Auszug AMS, Sozialamt, Mobilpass etc.) und einen Lichtbildausweis mitzunehmen. Das hilft Helfen – schließlich soll die Unterstützung jenen Menschen zukommen, die sie wirklich brauchen.

Adressen und Öffnungszeiten der Sozialshops:

Amortgasse 17, 1140 Wien
Di-Sa 9:00-15:00
Denisgasse 24, 1200 Wien
Mo-Fr 9:00-15:00
Sa 9:00-13:00
Adolf-Loos-Gasse 6, 1210 Wien
Di-Sa 9:00-15:00

Tipp: via Facebook erfährt man rasch, wann immer größere Posten an Ware zu verschenken sind. Details unter sozialshop.vzkg.at

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Einkaufen ohne Verpackung

Wer gerne genau so viel kauft, wie er oder sie gerade braucht, der ist mit Unverpackt-Läden bestens bedient. Aber nicht nur das. Die Einsparung von Verpackungsmüll schont die Umwelt und man signalisiert als KonsumentIn, was man sich beim Einkaufen wünscht.

Ob das Einkaufen in Unverpackt-Läden teurer ist als im Supermarkt? Ja. Und Nein. Es kommt natürlich auf Produktgruppe und Menge an, andererseits aber auch darauf, was man in seine ganz persönliche Kalkulation von Essen, Lebensqualität und Umwelt miteinbeziehen möchte oder kann.

Unverpackt-Läden haben nicht zuletzt wegen der Rücknahme-Logistik von Mehrweg-Gebinden sowie der notwendigen Beratungsqualität einen etwas höheren Personalbedarf. Das schafft Arbeitsplätze und soziale Treffpunkte im Grätzel. Im Unverpackt-Laden gibt es gute Tipps für eigentlich eh fast alles, es finden sich schlaue Alternativen und neue Ideen – oft gepaart mit guter Laune, weil Aha-Erlebnisse einfach Freude machen. Die Waren kommen, wo das geht, aus der (relativen) Nähe. Das schont durch kürzere Transportwege die Umwelt, zudem werden lokale (Bio-)ProduzentInnen gefördert. Und schließlich sind die Abfüllstationen für Lebensmittel einfach schön, da freut sich auch das Auge!

Manche Produkte sind teurer als im Bio-Supermarkt, einige günstiger – nicht zuletzt dadurch, dass man auf Großpackungen verzichten kann. Wer das will, bekommt auch drei Erdäpfel, eine Knolle Knoblauch und ein Achterl Flüssigseife. So sinkt jedenfalls bei Lebensmitteln die Gefahr, Verderbliches wegwerfen zu müssen, wenn man nicht gerade eine Großfamilie hat. Einziger Nachteil: Die Ausrede „Es hat die Schoki leider nur im Großpack gegeben“ gilt hier einfach nicht …

Eine gut geordnete Zusammenstellung  von Unverpackt-Läden in Wien und Österreich findet sich bei Zero-Waste-Austia HIER.

Text ♥ lui

Faires Wiener Online-Kaufhaus

Das ehrgeizige Ziel ist: als faire Alternative zu amazon verstanden zu werden. Das Angebot: auf der e-commerce-plattform doitfair.com werden lokale und fair produzierende AnbieterInnen präsentiert. Wichtig dabei: Sie müssen auch in Lockdown-Zeiten liefern können, um ins faire Wiener Online-Kaufhaus aufgenommen zu werden.

Für die beiden Gründerinnen Petra Etzelstorfer und Judith List sowie ihre Kooperationspartnerin Nunu Kaller ist unter anderem folgendes wichtig: „Dass Produkte unter ethisch fairen Bedingungen produziert werden und Arbeiter/Hersteller in der Produktionskette fair für ihre Leistung bezahlt werden. Bewusst ausgewählt Produkte die lange getragen und verwendet werden – ein Gegenpol zur fast Fashion sowie dem schnellen unbedachten Konsum, wie wir ihn von Amazon kennen.“

Wer reinschauen möchte, kann das unter doitfair.com tun. Shop-Listen finden sich auch unter nunukaller.com

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Kunst ab Hinterhof: Echt für alle!

Das Projekt „Kunst ab Hinterhof“ ist – ausprobierterweise – wirklich gut. Hier sind Werke von bereits bekannteren und noch unbekannten KünstlerInnen in einer spannenden, alternativen Location im 16. Bezirk zu entdecken (eine alte Fabrikshalle, in der sich neben dem Kunstraum „Die Schöne“ auch Ateliers und eine Siebdruckwerkstatt befinden). Für die Kunstschaffenden ist es eine Möglichkeit, ihre Werke b) an KäuferInnen zu bringen und a) eine artgerechte Lagerung ihrer manchmal auch großflächigen Objekte zu haben.

Besonders fein: Hier ist Schwellenangst höchstens die Idee, über einen Türstaffel zu stolpern. Tatsächlich sind Ort, Atmosphäre und das Engagement der MitarbeiterInnen eine Einladung für alle: jung, alt, kaufwütig, nur neugierig, begütert oder eben auch nicht. Es gibt viel zu entdecken in dieser Art der Kunstpräsentation – große Empfehlung!

Wer vorher sehen will, was es ab Hinterhof zu sehen gibt: das geht bestens auf der Plattform im Netz. Sie informiert über Aktuelles, Exhibitions und alle zum Verkauf stehende Werke sowie über die KünstlerInnen. Selbst eine Suche nach Preiskategorien ist möglich (bis 250 Euro, 250 – 750 und mehr als 750 Euro). Per Newsletter lassen sich Infos beziehen, wann neue Kunstwerke (und auch: welche) eingetroffen sind.

Die Plattform Kunst ab Hinterhof gibt es seit 2019 und die ProtagonistInnen erklären das so: „Kunst sollte für jeden leistbar sein, um nicht zuletzt ein Bewusstsein für Kultur zu schaffen und jungen Kunstschaffenden die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln. Wir legen großen Wert darauf, auf unserer Plattform qualitativ hochwertige Werke anzubieten, die in Preiskategorien gehandelt werden, die nicht abschrecken und Lust auf mehr machen.“

Deswegen ist seit 15. Jänner 2019 ein Kernteam von fünf Personen damit beschäftigt, KünstlerInnen zu akquirieren und einen reibungslosen logistischen Ablauf zwischen ihnen, der  Plattform und potentiellen KundInnen zu garantieren. Jedes Werk, das auf der Homepage angeboten wird, wurde handverlesen und befindet sich im Schauraum in der Kuffnergasse. Dort kann es betrachtet, gekauft, mitgenommen oder auch verschickt werden, wohin die KäuferInnen das wünschen.

Adresse: 16., Kuffnergasse 7; Öffnungszeiten Donnerstags 12 – 17 Freitags 15 -19 Uhr; Telefon +43 699 811 386 86; Mail to kah@kunstabhinterhof.at

Details und weitere Infos auf Kunst ab Hinterhof

Text ♥ lui   © Foto: kah

Gutes Essen vergünstigt abholen

Too Good To Go ist eine schlaue Gratis-App: Sie ermöglicht, dass gutes Essen deutlich günstiger ver- bzw. gekauft werden kann als zu normalen Restaurant- und Ladenpreisen. Mit der App sieht man, bei welchen Restaurants oder in welchen Läden wann verbilligte Menüs oder „Überraschungssackerl“ abgeholt werden können. Das schont die eigene Geldbörse und hilft den AnbieterInnen, all ihre guten Dinge an die Frau und den Mann zu bringen – anstatt sie womöglich am nächsten Tag entsorgen zu müssen. Too Good To Go ist damit auch eine gute Alternative zur Lebensmittelvernichtung.

Die App ermöglicht es Betrieben wie Bäckereien, Restaurants, Cafés, Caterern, Hotels oder Supermärkten, ihr zu viel disponiertes Essen zu einem stark vergünstigten Preis rechtzeitig an SelbstabholerInnen zu verkaufen. Die App ist bereits in elf europäischen Ländern in Verwendung. In Wien nehmen unter anderem Nordsee, die Kent-Lokale und viele andere regelmäßig daran teil. Erprobterweise funktioniert das gut, z.B. mit einem Lunch-Paket um 3,99 Euro (statt 12,99 Euro, wenn man im Lokal gebruncht hätte). Sich eigene Gefäße zum Abholen des Essens mitzubringen, wie es die App empfiehlt, ist jedenfalls sinnvoll. Schon damit die Nachspeise nicht versehentlich im Erdäpfelsalat landet …

Hier gehts zum Download der App:

Too good to go im App-Store

Too good to go im Play-Store

„Kostnix“, der Gratisladen

Ohne Geld „einkaufen“, das kann man im Kostnix-Laden im 12. Bezirk in der Ratschkygasse 14, Eingang um die Ecke Erlgasse.

Man kann zwanglos vorbeischauen und aus dem Laden mitnehmen, was man braucht. Außerdem kann man Sachen vorbeibringen, die z.B. zuhause ungenutzt herumliegen und die man sowieso schon längst loswerden wollte. Im Prinzip ist der Kostnix-Laden also ein Lagerraum für Dinge, die abgegeben und gratis weitervermittelt werden. Derzeit gibt es hier unter anderem Bücher, Gewand, Videos, CDs, Geschirr, Haushaltsartikel, Elektrogeräte, Schuhe und noch vieles mehr.

Geöffnet ist Montag, Donnerstag und Freitag jeweils von 15 bis 20 Uhr.

Kost-Nix-Projekte werden von den InitiatorInnen nicht nur als wissenschaftliche Mikro-Experimente verstanden, sondern sie sind Teil einer sozialen Bewegung. Sie sollen ein direkter Beitrag zu einem selbstbestimmteren Leben sein und mittelfristig helfen, ökonomische Zwänge zu reduzieren. Menschen sollen erleben können, dass Teilen und Kooperation eine angenehmere Gesellschaftsbasis abgeben können als Konkurrenz und Konsumdruck.

Nähere Informationen – auch darüber, welche Gegenstände im Kostnix-Laden gerne angenommen werden und wie man die Initiative fördern kann – finden sich auf der Hompage des Kostnix-Ladens.

Text ♥ lui   © Foto: Joham

App gegen Plastikverpackung

Den Herstellern per Knopfdruck sagen, dass man für ein bestimmtes Produkt lieber keine Plastikverpackung möchte: das geht mit der „ReplacePlastik“-App fast ohne eigenen Aufwand. Aber von Anfang an:

Irgendwann bei der x-ten Plastikmüll-Einsammel-Aktion an Deutschlands Küsten war es einigen Menschen zu viel des Schlechten. Es entstand die Initiative „Küste gegen Plastik“. Dort kann man seitdem, ebenso wie unter „Replace Plastik“,  die gleichnamige Gratis-App „ReplacePlastik“ herunterladen und mit ihr von überall für weniger Plastik-Verpackungen eintreten. Und zwar sehr direkt beim Anbieter des jeweiligen Produktes. Die Botschaft kommt damit zielgenau an.

Das Konzept hinter der App: Man scannt den Barcode des betreffenden Produktes ein – mehr ist nicht nötig. Die App selbst generiert daraus automatisch eine Mail-Nachricht an die Herstellerfirma des Produktes und sendet die Mail. Darin wird der  Wunsch der Konsumentin bzw. des Konsumenten nach weniger Plastik als Verpackungsmaterial freundlich-neutral mitgeteilt. Die oft gehörte Erklärung der Hersteller für die zugegeben praktische Plastikverpackung – „Ja aber die KonsumentInnen wollen das doch so“ – verliert damit  immer mehr an Tragkraft.

Was es dazu braucht, ist eine gewisse Deklaration wie bei allen seriösen Petitionen: Vorname, Nachname und Postleitzahl werden erfragt – für den Fall, dass die Echtheit der konstruktiven Kritik von den Empfängern angezweifelt wird.

Bisher wurden für die ReplacePlastik-App mehr als 180.000 Produkte gescannt und mehr als 70.000 Mails – oft auch gesammelt, wenn sie sich bei einem Produkt gehäuft haben – an diverse Unternehmen gesendet. Erfolge werden auf der Homepage veröffentlicht. Unternehmen, die auf die Wünsche der KundInnen reagieren und Plastikverpackungen reduzieren beziehungsweise ersetzen, werden als „Andersmacher“ positiv hervorgehoben. Auch das ist eine gute Idee!

Detailinfos unter https://www.replaceplastic.de/ und https://www.kueste-gegen-plastik.de/

Text ♥ lui