Mehrweg-Elektronik, erneuert & verbilligt

refurbed ist ein 2017 in Wien gegründeter Marktplatz für erneuerte Produkte.  Handys, Laptops, Drucker, Kameras, diverses Zubehör, Küchengeräte und mehr: refurbed kauft gebrauchte Geräte, unterzieht sie innerlich und äußerlich einer Rundumerneuerung und verkauft sie anschließend um bis zu 40 Prozent günstiger.

Firmenmotto: „Sieht aus wie neu und funktioniert wie neu.“ Inklusive sind 12 Monate Garantie, damit die KonsumentInnen die Scheu vor gebrauchten Geräten verlieren. 30 Tage Gratis-Testen sind ebenfalls drinnen. Wer Geräte lieber mietet, kann auch das tun.

Ihre Grundidee erklären die drei Firmengründer Peter Windischhofer, Kilian Kaminski und Jürgen Riedl so: „Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie umweltschädlich elektronische Neugeräte sind. Bei der Produktion entstehen Unmengen an CO₂-Emissionen, es werden wertvolle Ressourcen verbraucht und am Ende bleibt nur problematischer Elektroschrott, der aufwendig entsorgt werden muss.“ Ergo: erneuern und weiter benützen. Diesen refurbed-Gedanken wollen die drei in ganz Europa bekannt machen und damit „zu einer nachhaltigeren Welt beitragen“. Ebenfalls sympathisch: Für jedes verkaufte Gerät wird ein Baum gepflanzt.

Details unter refurbed.

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Gratis Tetra statt Plastik nützen

Dinge aufbewahren, trocknen, einfrieren – geht bestens in Tetrapacks. Wer Saft, Milch oder Alternativen wie Reis- und Getreidedrinks kauft, entsorgt die innerlich mit Folie beschichteten Kartons sicher brav in der gelben Tonnen.

Das ist super, muß aber nicht immer sofort sein. Einfach nach Bedarf oben den Deckel oder eine Seitenwand wegschneiden, auswaschen und verwenden! Hier am Bild trocknet Kaffeesud im Tetrapack und düngt später ganz hervorragend Tomaten und Hortensien. Vielleicht wird der Kaffee aber auch mit Kokosöl zu bestem Bio-Peeling der Welt verarbeitet, mal schauen :-)

Andere Einsatz-Varianten für die praktischen Flüssigkeits-Packungen gibt es sonderzahl: Man kann Dinge darin einfrieren, aufbewahren oder überbringen. Der famose Onkel Karli zum Beispiel hortete einst Schrauben und Muttern im Ausmaß eines halben Baumarktes in Legionen von abgeschnittenen Tetrapacks. Heute wandern nicht selten im Freundinnenkreis kleine Pflanzensetzlinge mit feuchter Erde im Tetrapack von Balkon zu Balkon, ohne Handtasche oder Topcase vollzuschmutzen. Sehr praktisch und obendrein gratis!

In die gelbe Tonne kommen die Tetrapacks also am besten erst nach ausgiebiger Zwischennutzung – und aufs Nachkaufen von kaputten Plastik-G’schirrln läßt sich so immer öfter verzichten :-)

Wem das gefällt: Auch Bienenwachstücher schützen Lebensmittel gut und helfen, Plastik oder Einwegartikel wie Folie zu vermeiden.

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Nähen 1: Schuh- als Transferpapier

Die kostenlose Alternative für alle Näher und -innen: Schuhpapier und Co.!

Statt eines Transferpapiers zum Schnitt-Abpausen, das je nach Größe zwischen 5 und 20 Euro kostet, läßt sich eben so gut weißes oder helles Seidenpapier verwenden. Das bekommt man immer wieder gratis! Zum Beispiel werden darin Schuhe beim Kauf eingewickelt, wenn man sie ohne Schachtel nimmt. Manche – auch preiswerte – Lingerie-Ketten wickeln Wäscheteile beim Kauf in Seidenpapier ein, einige Blumengeschäfte tun das mit ihren Pflanzen ebenso. Und wer Geschenke in hellem Seidenpapier bekommt oder es zerknüllt als Füllmaterial in Paketen vorfindet: aufheben – glätten – und gratis als Schnittpapier verwenden!

Text ♥ lui   © Bild: Gerd Altmann | Pixabay

Reparatur von Nähmaschinen

Eine seit Jahren erprobte und hervorragende Adresse für erkrankte Nähmaschinen ist die Firma Heller in der Hasnerstraße 34 in Wien-Ottakring. Drei Meister in der Werkstatt und Harald Heller, der das 1961 eröffnete Geschäft in dritter Generation führt, helfen mit Reparatur, Ersatzteilen, Service und Beratung. Und das bei uralten Nähmaschinen ebenso wie bei neuen, bei „Haushaltsmaschinen“ ebenso wie bei Stücken aus der Industrie.

Der Vorteil hier: Wenn die eigene Maschine nicht mehr zu reparieren ist, kann man sich auf die Expertise der Fachleute verlassen. Niemand wird zum Kauf einer neuen Nähmaschine gedrängt. Dazu sind die Meister – wie hier am Bild Dragan Paunovic – viel zu sehr mit Nähmaschinen verbunden. Paunovic beispielsweise, der bei der Firma Pfaff gelernt hat, ist seit mehr als 40 Jahren in der Branche. Seit 1971 repariert er bereits bei der Familie Heller Nähmaschinen, manchmal acht oder zehn Stück am Tag.

Sollte ein Reparaturversuch einmal keinen Sinn mehr ergeben und man braucht eine andere Maschine, dann stehen neue ebenso wie Secondhand-Nähmaschinen zum Probenähen bereit. Harald Heller berät sehr gut, je nach Vorliebe und Bedarf wird ein Modell in der passenden Preisklasse gefunden.

Alles in allem eine starke Empfehlung: Reparieren ist finanziell deutlich günstiger als ein Neukauf, verringert den Müllberg und erfreut (auch deshalb, aber nicht nur) das Gemüt. Wenn die vertraute Maschine, die womöglich noch von Oma oder Tante stammt, nach ihrem Kuraufenthalt in der Werkstatt wieder schnurrt – dann läuft auch die restliche Welt gleich ein bisschen runder.

Öffnungszeiten und weitere Details unter heller.at

Text ♥ lui   © Foto: lui

Werkräume und Reparatur für alles

Reparieren ist eine gute Alternative: Der Müllberg wird nicht gefüttert, das eigene Budget kann geschont werden. Und das Erfolgserlebnis, wenn man selbst etwas repariert hat, ist eine hervorragende Einstiegsdroge für künftige DIY-Fans. Eine Liste von möglichen Werkräumen, professionell oder selbstverwaltet, samt den angebotenen Schwerpunkten findet sich z.B. unter reparaturnetzwerk.at/offene-werkstaetten

Für all jene, die lieber reparieren lassen: Etwa 80 professionelle Reparatur-Betriebe finden sich im „Reparaturnetzwerk Wien“. Nach Eigendefinition kann hier „so gut wie alles“ repariert werden, vom Handy bis zum Möbelstück. Bei Nähmaschinen hat love vienna now das bereits erfolgreich getestet :-)

Das Reparaturnetzwerk wird durch „DIE UMWELTBERATUNG“ betreut und von der Stadt unterstützt. Details unter reparaturnetzwerk.at sowie unter umweltberatung.at

Hinweise für jene, die tiefer ins Detail gehen wollen, finden sich auf RepaNet. Das ist die freiwillige Interessenvertretung der sozialwirtschaftlich ausgerichteten Re-Use-Betriebe, sowie der Reparaturnetzwerke und Reparaturinitiativen. Starker Fokus liegt auf intelligenter, fairer Rohstoffnutzung durch Verlängerung der Lebensdauer von Produkten, auf Schaffung fairer Arbeitsplätze in diesem Sektor und auf der Einbindung der Zivilgesellschaft in den Diskurs über Kreislaufwirtschaft. Auf der Homepage finden sich Tipps, Best Practices und mehr. Details unter repanet.at

Text ♥ lui    Foto © RepaNet Österreich

Schlau abschminken Volume 2

Mehrweg statt Einweg: Wer nicht mehr jeden Tag Tücher oder Wattepads in den Abfall werfen will, der hat für das Abschminken mehrere gute Alternativen:

Waschbare Abschminkpads aus Stoff gibt es mittlerweile immer öfters zu kaufen, BastlerInnen können aber genau so gut selbst Hand anlegen. Einfach einen geeigneten weichen Stoff, z.B ein altes T-Shirt oder eine Stoffserviette oder ähnliches in kleine Rechtecke oder Kreise schneiden. Fertig! Nach dem Abschminken in die Waschmaschine werfen, warten bis die nächste Wäsche zusammenkommt und mitwaschen. Natürlich könnte man den Wasserverbrauch dazu diskutieren – aber ehrlich: die kleinen Dinger passen zu jeder Wäsche zusätzlich dazu.

Optimal wird es, wenn man zwei Stück Stoff in der selben Größe übereinander legt und dann am Rand zusammen näht. So kann in der Waschmaschine nichts ausfransen. Das Nähen geht mit der Hand, mit der Maschine oder auch als liebevolle Beschäftigungstherapie für Omis und Onkels :-)

Die Vorteile: Man kann zwei unterschiedliche Stoffe zu einem Pad zusammennähen und hat so eine weichere und eine rauhere Seite – letztere z.B. aus alten Frottee-Handtüchern. Das so gebastelte Mehrweg-Produkt spart täglich Müll und man kann Stoffrest sinnvoll verwerten. Wunderbar!

Wer keine Stoffreste hat oder lieber etwas mehr mit den Händen werkt: Die kleinen Kreise lassen sich auch mühelos häkeln! Wichtig: weiche Wolle nehmen, damit es nicht kratzt. Wer noch nie gehäkelt hat, es aber gern probieren will: Unzählige Tutorials finden sich HIER. Zum Beispiel auch dieses mit gleich mehreren Mustern:

Text ♥ lui

Social Urban Mining

Ein abbruchreifes Haus als Goldmine – so kann man sich Urban Mining vorstellen. Bereits verbaute Rohstoffe in der Stadt werden dabei nutzbar gemacht, anstatt sie mit dem abzureißenden Haus zu entsorgen. Schlaue Alternative!

Alles, was in einem neuen Bau wieder sinnvoll zum Einsatz kommen kann, wird aus dem Abriss-Haus geborgen, aufbereitet und wiederverwendet. Optimalerweise kommt es sogar in genau jenem Bauwerk wieder zum Einsatz, das in der Lücke des abgerissenen Vorgängers entsteht.

Ein Wiener StarUp, die Firma „BauKarussell“, hat sich hier bereits mit medialen Erfolg etabliert. Das oben gezeigte Bild etwa entstammt der Kooperation von Bundesimmobiliengesellschaft, MedUni Wien und BauKarussel, die für den Uni-Campus Mariannengasse das größtmögliche ReUse-Potential gehoben haben.

Über die Wiederverwendung vorhandener Ressourcen hinaus hat BauKarussel sich auch ein Social Urban Mining zum Ziel gesetzt. Soll heißen: Für die operativen Rückbau-Arbeiten wird mit sozialwirtschaftlichen Betrieben kooperiert. So bietet sich Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwerer haben, eine gute Chance: Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit und eine Arbeit, die unmittelbare Ressourcen-Schonung bedeutet und damit der Umwelt nützt.

Details, Projekte und Know-How unter baukarussell.at

Foto: © Harald A. Jahn

Günstige Schätze im 48er-Tandler

Second Hand: Auf dem 900 Quadratmeter großen Areal des Wiener Altwarenmarktes der MA48 in der Siebenbrunnenfeldgasse 3 (1050 Wien) gibt es nicht nur Omis altes Porzellan, sondern auch Fahrräder, Vintage-Möbel, Tierwaren, Werkzeug, Bücher, Elektroartikel und manchmal sogar flippige Kleidungsstücke zu entdecken.

Das bunte Sortiment kommt aus eigenen Boxen, die auf jedem Mistplatz stehen und in denen die WienerInnen gut Erhaltenes spenden können. Der 48er-Tandler verkauft diese Waren entweder weiter, um mit dem Erlös karitative Projekte zu finanzieren, oder aber die gespendeten Altwaren werden sofort einer karitativen Organisation übergeben.

Details zu Verkauf und Abgabe von Altwaren finden sich HIER.

Text ♥ lui   © Foto: Diesner

Die Carlas – Second Hand und second Herz

Die Carlas – die beiden Caritas-Lager Nord und Mittersteig – sind eine Sonderform von Second Hand. Quasi second Herz gratis dazu. Einerseits kann man alle gebrauchten Dinge, die noch gut sind und die man selbst nicht mehr haben möchte, als Sachspende abgeben. Von der Handtasche bis zum Küchenschrank, vom Plattenspieler über die alten Taschenbuch-Krimis bis zur Stehlampe. Und die Tuchent oder das Porzellan von der Urgroßomi werden auch angenommen, genauso wie Werkzeug, Küchenutensilien, Kleidung und und und. MitarbeiterInnen sortieren aus, was in den Secondhand-Verkauf kommt und was direkt als Sachspende für karitative Zwecke eingesetzt wird.

Große Auswahl

Wer gerne in großen Hallen flohmarktartig nach alten Schätzen stöbert und vom Teller für einen Euro bis zum teuren Vintage-Ensemble aus Esstisch und Sofa alles an einem Ort betrachten will, der ist in den Carlas gut aufgehoben. Auch wer Lust auf schonenden Umgang mit Ressourcen hat, kann sich hier kreativ austoben.

Ein Beispiel? Geburtstagstorte backen aber nicht verpacken wollen fürs Mitbringen? Ein großer alter Porzellanteller um einen oder zwei Euro dient als Servier- und Transportplatte gleichermaßen und kann  mitverschenkt werden – eine gute Alternative zu Plastik oder anderen Verpackungsmaterialien. Das geht natürlich auch mit einem Glas-Tablett für Kekse oder mit einer schönen alten Schüssel für das Schoko-Mousse. Dann kann man sich’s künftig überhaupt schenken, bei Festen knapp vor dem Abmarsch seine Transportgefäße zu leeren und einzusammeln, weil die einfach als kleines Zusatzgeschenk bei den Gastgebern bleiben dürfen. Falls die schon genügend davon haben: einfach mal gesammelt zurück zu einem der beiden Carlas bringen und spenden ;-) Schließlich wird dort für den guten Zweck verkauft.

Infos, Adressen und Öffnungszeiten unter: www.carla-wien.at