Kleister kochen statt kaufen

Wer Kleister durch eine unbedenkliche Alternative ersetze möchte – z.B. beim Basteln mit Kindern oder einfach so – kann auf Kochen setzen statt auf Kaufen. Mit Mehl, Wasser und Zucker funktioniert das total gut.

Mein bewährtes Lieblingsrezept in nur drei Schritten:

I. In einem Kochtopf 1/8 Liter kaltes Wasser und 2 Esslöffel Weizenmehl (kein Vollkorn) klümpchenfrei verrühren. Schneebesen mit Hand reicht, Stabmixer geht natürlich auch.

II. 1/4 Liter heißes Wasser in den Topf dazugießen, unter Rühren alles kurz aufköcheln lassen.

III. 1 Esslöffel herkömmlichen weißen Zucker einrühren. Sowie sich der Zucker aufgelöst hat: abkühlen lassen, dann verwenden.

Falls etwas übrigbleibt: In einem Schraubglas im Kühlschrank hält das Gemisch zumindest eine Woche, meist länger. Solange es nicht stinkt (bestialisch, verdorbener Kleister ist eindeutig) kann man es später weiter verwenden, bei Bedarf auch mit Wasser verdünnen.

Lässt sich beim Basteln benützen wie gekaufter Tapetenkleister, ist nur gesünder und billiger. Ach ja: Verpackungsmaterial wird auch noch vermieden :-)

Text ♥ lui   © Bild: sillylilly

Gratis Tetra statt Plastik nützen

Dinge aufbewahren, trocknen, einfrieren – geht bestens in Tetrapacks. Wer Saft, Milch oder Alternativen wie Reis- und Getreidedrinks kauft, entsorgt die innerlich mit Folie beschichteten Kartons sicher brav in der gelben Tonnen.

Das ist super, muß aber nicht immer sofort sein. Einfach nach Bedarf oben den Deckel oder eine Seitenwand wegschneiden, auswaschen und verwenden! Hier am Bild trocknet Kaffeesud im Tetrapack und düngt später ganz hervorragend Tomaten und Hortensien. Vielleicht wird der Kaffee aber auch mit Kokosöl zu bestem Bio-Peeling der Welt verarbeitet, mal schauen :-)

Andere Einsatz-Varianten für die praktischen Flüssigkeits-Packungen gibt es sonderzahl: Man kann Dinge darin einfrieren, aufbewahren oder überbringen. Der famose Onkel Karli zum Beispiel hortete einst Schrauben und Muttern im Ausmaß eines halben Baumarktes in Legionen von abgeschnittenen Tetrapacks. Heute wandern nicht selten im Freundinnenkreis kleine Pflanzensetzlinge mit feuchter Erde im Tetrapack von Balkon zu Balkon, ohne Handtasche oder Topcase vollzuschmutzen. Sehr praktisch und obendrein gratis!

In die gelbe Tonne kommen die Tetrapacks also am besten erst nach ausgiebiger Zwischennutzung – und aufs Nachkaufen von kaputten Plastik-G’schirrln läßt sich so immer öfter verzichten :-)

Wem das gefällt: Auch Bienenwachstücher schützen Lebensmittel gut und helfen, Plastik oder Einwegartikel wie Folie zu vermeiden.

Text ♥ lui   © Foto: ebenso

Stroh-Strohhalm als Aha-Erlebnis

Erlebt im Restaurant Buxbaum im Heiligenkreuzerhof in der City: Der echte Strohhalm als Bio-Sauger in der hausgemachten „Minzonade“ (ja, auf dem Bild sieht es aus wie ein Mochito, doch das täuscht am hellen Tag ;-)

Das Saugen an einem echten Strohhalm kann bei gelernten Stadtkindern ein ebenso echtes Aha-Erlebnis auslösen. Auf einmal weiß man es nicht mehr nur im Kopf, sondern man fühlt es mit der Hand und an den Lippen: Die Natur gibt’s wirklich! Wesentlich länger schon als Plastik und sie versorgt uns sogar mit einer Trinkhilfe in Röhrl-Form, falls wir das wollen.

Der gemeine Stroh-Strohhalm funktioniert übrigens sehr gut. Falls an einem Ende ein Riß oder eine raue Stelle stören sollte, dreht der Mensch von Welt den Halm unverdrossen um. Oder schneidet ein Stückchen ab. So leicht geht das!

P.S. Einfach nicht darüber verzweifeln, wieviel Millionen Tonnen Plastik seit Jahrzehnten für die Herstellung von Halmen und ihrer Verpackung aufwendig produziert wurden, dampfend wieder verbrannt oder gar im Meer gelandet sind. Lieber übers Stroh freuen.

Alternative „Stroh“-Halme gibt es übrigens auch aus Glas und Edelstahl. Als langlebige Mehrwegprodukte und schöne Designgegenstände sind sie ebenfalls ein feiner Ersatz für Wegwerf-Plastik.

Text ♥ lui   © Foto: Ebenso

Nähen 1: Schuh- als Transferpapier

Die kostenlose Alternative für alle Näher und -innen: Schuhpapier und Co.!

Statt eines Transferpapiers zum Schnitt-Abpausen, das je nach Größe zwischen 5 und 20 Euro kostet, läßt sich eben so gut weißes oder helles Seidenpapier verwenden. Das bekommt man immer wieder gratis! Zum Beispiel werden darin Schuhe beim Kauf eingewickelt, wenn man sie ohne Schachtel nimmt. Manche – auch preiswerte – Lingerie-Ketten wickeln Wäscheteile beim Kauf in Seidenpapier ein, einige Blumengeschäfte tun das mit ihren Pflanzen ebenso. Und wer Geschenke in hellem Seidenpapier bekommt oder es zerknüllt als Füllmaterial in Paketen vorfindet: aufheben – glätten – und gratis als Schnittpapier verwenden!

Text ♥ lui   © Bild: Gerd Altmann | Pixabay

Nähen 2: Butterbrot- statt Transferpapier

Eine besonders günstige Alternative für alle Näh- und DIY-Fans ist: Butterbrotpapier. Die 16 Meter (!) lange und 28 Zentimeter breite Rolle kostet 80 Cent im Drogeriemarkt. Butterbrotpapier eignet sich ganz genau so gut wie das wesentlich teurere Transferpapier, das als Nähbedarf zum Übertragen von Schnittmustern verkauft wird. So zwischen 5 und 20 Euro.

Butterbrotpapier ist wunderbar transparent und ausreichend reißfest zugleich, das Abpausen der Schnittmuster gelingt damit problemlos. Die einzige – und auch das nur manchmal – nötige Adaption: für sehr breite Schnittmuster-Teile muss man zwei Streifen Butterbrotpapier nebeneinander legen und mit Tixo zusammenkleben. Ein Klacks für preisbewußte Näher und -innen!

Text ♥ lui   © Bild: ebenso

Geniales Bio-Mausstützpad aus Linsen

Ein Sackerl Linsen aus dem Kühlschrank oder dem Tiefkühler, schon schont man seine Hand am Schreibtisch bei Laptop, Computer und Co. Special Thanks to Ergotherapie im AKH, wo die hilfreiche Grundidee geboren wurde!

Und so geht’s: Am besten die flachen Tellerlinsen, alternativ auch jede andere Linsensorte (Trockenware!) in ein dünnes Sackerl aus Seide, Baumwolle oder in ein anderes hautfreundliches Material füllen. Oben mit einer Schnur zubinden, ab in den Kühlschrank oder ins Tiefkühlfach. Tellerlinsen deshalb, weil sie Kälte etwas besser speichern als kleinere Linsen-Sorten. Falls jemand die physikalische Erklärung dafür weiß: bitte gerne uns schreiben!

Wenn die Linsen kalt sind: Aus dem Kühlschrank nehmen und vor/neben die Maus legen. So, dass man das Handgelenk bzw. den Unterarm gut darauf lagern kann. Ein bißchen mit der Form und der Füllmenge des Sackerls experimentieren, und schon hat jede und jeder genau die kühle, sich selbst anpassende Unterlage, die das Arbeiten mit der Maus deutlich bequemer macht. Da das Sackerl auch gut am Schreibtisch rutscht, geht das Arbeiten wunderbar.

Meine Empfehlungen: Gleich zwei Linsen-Sackerl machen, so kann man immer eines verwenden und das andere kühlt sich einstweilen ab. Bei Bedarf tauschen. Wer noch mehr oder längere Kühlung braucht, legt eine gefrorene Kühlpatrone unter das Linsen-Sackerl! Wenn’s zu warm wird: Sackerl wenden, schon sind wieder kalte Linsen unter der Pfote.

Warum das eine schlaue Alternative ist? Herkömmliche Stütz-Mauspads sind fast immer synthetisch und nur selten aus biologischen oder unbedenklichen Materialien – und schon gar nicht kühlend! Die Kühlung ist für Computerjunkies aber echt angenehm, für Menschen mit Sehnen- oder Muskelbeschwerden sogar notwendig. Sie mindert akuten Schmerz durch das Verengen der Gefäße und fördert die Durchblutung durch die Erweiterung derselben, nachdem die Kühlung aufgehört hat (© Ergotherapie AKH).

Wer es lieber ohne Kühlung mag: Einfach das Linsensackerl ohne Kühlschrank-Lagerung verwenden. Die sich anpassende Struktur der Linsen ist jedenfalls eine sehr angenehme Stütze.

Ausprobieren und weniger leiden beim Schreiben!

Text ♥ lui   © Bilder: ebenso

Schlaues Seifensackerl

Irgendwann ist jede Seife ein Restl. Klein, rutschig, irgendwie lästig – und trotzdem will man’s nicht einfach wegwerfen.

Die Alternative: ein kleines Seifensackerl. Irgendein durchlässiges Material, z.B. ein Schmucksackerl, in dem man einmal Modeschmuck oder auch Seife (!) bekommen hat. Wer will, kann auch einen dünnen Baumwollstoff mit ein paar Stichen zusammennähen oder ein engmaschiges Erdäpfel- oder Zwiebelnetz umfunktionieren.

Das Sackerl soll zum Zubinden und Öffnen sein sowie wasserdurchlässig – das reicht! Kleine Seifenreste dort drinnen sammeln und wenn genug zusammengekommen ist: einfach mit dem Sackerl und dadurch wie ein ganzes Stück Seife verwenden.

Abfall gespart, Produkt gänzlich genützt anstatt vorzeitig weggeworfen und so auch noch Geld gespart: wunderbar!

Ach ja: Für alle begeisterten die-angefangene-Seife-aus-dem-Hotel-MitnehmerInnen ist so ein Seifensackerl besonders genial. Ein paar kleine Barren in so einem Sackerl zusammengetan fühlen sich wie die Großen an.

Für diese Idee: Special thank’s to Tante Gerti und Onkel Karli selig; beide Jahrgang 1929 und eine lebenslange Kreativwerkstatt für die Vielfachnutzung von eh fast allem.

Text ♥ lui   © Foto: lui

Bügeln? Auf die Rolle hängen!

Ich erspare mir echt viel Bügelarbeit durch einen kleinen schlauen DIY-Hack: verdickte Stränge am Wäschetrockner! Schon bekommen T-Shirt und Co. keine scharfen Falten mehr vom Aufhängen. Sehr praktisch.

Die Vergrößerrung geht mit vielen Materialien, ausprobiert habe ich z.B. einen alten (vorher gesäuberten :-) Gartenschlauch. Das Prinzip war richtig, der Schlauch aber nicht dick genug. Der zweite Versuche war dann optimal: Isolationsmaterial für Leitungen aus dem Baumarkt. Je nach Firma und Größe/Dicke/Material gibt es das etwa 1 Euro pro Meter-Stück. Es besteht aus einem leichten Schaumstoffmaterial und ist quasi eine hohle Röhre. Die Lebensdauer der Dinger scheint (auf einem Wäschetrockner) nahe unendlich zu sein.

DIY:  Mit dem Stanley-Messer – eventuell klappt es auch mit einem sehr scharfen Küchenmesser – einen durchgehenden, geraden Schnitt in das Material ziehen. Achtung: Das Messer reicht von außen nur bis in den Hohlraum – nicht das gesamte Rohr halbieren!

Ist dieser Schnitt in der Schaumstoffrolle, läßt sie sich locker über einen Strang des Wäschetrockners „einhängen“. Die Röhre behält gut ihre Form, also braucht man sie bloß mit dem Schnitt nach unten auszurichten und fertig!

Eventueller Nachteil: Beim Aufhängen der Wäsche ist anfangs ein bißchen Fingerspitzengefühl nötig, weil sich die Röhren gerne mitdrehen. Hat man aber schnell im Griff – z.B. wenn man mit Finger oder Handrücken eine Röhre und ihre Nachbarn fixiert, während man ein Wäschestück einfädelt. Wem das zu mühsam ist: einfach nur auf jeden zweiten Strang so eine Vergrößerung hängen.

Großer Vorteil: alle T-Shirts und erstaunlich viele Hemden, Blusen und sogar Hosen hängen sich so ganz von selbst aus, ohne dass eine häßliche Falte in der Mitte prangt – und das Bügeleisen versauert. Hurra!

Text ♥ lui   © Fotos: lui

Zweiter Kräutertee als Dünger

Wer gerne Kräutertee trinkt und Pflanzen hat – egal ob im Zimmer, am Balkon oder im Garten – der kann seinen Kräutertee als schlaue Alternative zweitverwerten und zum Nährstoff-Lieferanten machen!

Dazu die bereits zum Trinken aufgebrühten Kräuter nach dem Teegenuß in einen Krug oder ein anderes Gefäß geben. Das geht besonders einfach wenn man die Teekräuter „offen“ überbrüht hat, aber auch ein kleines Teesackerl läßt sich leicht aufreißen. Man gibt auf die bereits gebrauchten Kräuter nochmals Wasser – warm oder kalt – und läßt das ganze ein bißchen stehen. Fertig ist der Zusatz-Dünger: Das Wasser hat auch beim zweiten Mal noch wertvolle Inhaltsstoffe der Kräuter aufgenommen und eignet sich jetzt gut zum Pflanzengießen.

Im Freien kann man ruhig die kleingehächselten Kräuter aus dem Mehrweg-Tee auf der Erde rund um Obst- oder Gemüsepflanzen liegen lassen. Für den Gummibaum im Zimmer wird’s vielleicht ein bißchen zu viel an Kräuterschicht, wenn man das regelmäßig macht. Hier besser nur das Kräuter-Wasser verwende und das Kraut in den Bio-Müll geben. Beziehungsweise das Teesackerl für die Indoor-Zweitverwertung nicht aufreißen, sondern nach dem Trinken gleich in die Gießkanne hängen. Biete sich geradezu an :-)

Guten Appetit euren Pflanzen mit der sinnvollen Zweitnutzung!

Text ♥ lui   © Foto: lui

Einfrieren im Glas

Alte Schraubgläser funktionieren hervorragend als Gefrierbehälter. Für Suppen (wie am Bild) und alles andere, was hineinpaßt.

Wichtig ist: Flüssigkeiten sollten im Glas nicht bis ganz oben gefüllt werden, ein kleiner Rand muss frei bleiben. So kann sich die Flüssigkeit beim Einfrieren ausdehnen und trotzdem passiert nichts. Besonders Vorsichtige können auch den Schraubdeckel erst dann schließen, wenn das Gefriergut gut durch ist.

Einfrieren in Schraubgläsern hat sich bei mir seit Jahren bewährt. Der beste Vorteil: Die ungläubige Frage „wozu brauchst‘ denn sooo viele Gläser?“ – kombiniert mit einem anklagenden Fingerzeig auf meine gut gefüllte Schatzlade – diese Frage ist ausgestorben wie die Saurier.

Vorteile zwei und drei: So lange (leider) kein generelles Pfandsystem für Schraubgläser existiert, bekommt man die schönen und praktischen Gefäße gratis zum Lebensmittel-Kauf dazu. Das lädt zur kreativen  Wiederverwertung ein und spart ganz schön viele Plastikbehälter. Wunderbar!

Text ♥ lui   © Foto: lui