Kleister kochen statt kaufen

Wer Kleister durch eine unbedenkliche Alternative ersetze möchte – z.B. beim Basteln mit Kindern oder einfach so – kann auf Kochen setzen statt auf Kaufen. Mit Mehl, Wasser und Zucker funktioniert das total gut.

Mein bewährtes Lieblingsrezept in nur drei Schritten:

I. In einem Kochtopf 1/8 Liter kaltes Wasser und 2 Esslöffel Weizenmehl (kein Vollkorn) klümpchenfrei verrühren. Schneebesen mit Hand reicht, Stabmixer geht natürlich auch.

II. 1/4 Liter heißes Wasser in den Topf dazugießen, unter Rühren alles kurz aufköcheln lassen.

III. 1 Esslöffel herkömmlichen weißen Zucker einrühren. Sowie sich der Zucker aufgelöst hat: abkühlen lassen, dann verwenden.

Falls etwas übrigbleibt: In einem Schraubglas im Kühlschrank hält das Gemisch zumindest eine Woche, meist länger. Solange es nicht stinkt (bestialisch, verdorbener Kleister ist eindeutig) kann man es später weiter verwenden, bei Bedarf auch mit Wasser verdünnen.

Lässt sich beim Basteln benützen wie gekaufter Tapetenkleister, ist nur gesünder und billiger. Ach ja: Verpackungsmaterial wird auch noch vermieden :-)

Text ♥ lui   © Bild: sillylilly

Bis zu 100 Euro Bon fürs Reparieren

Bis 31.10. noch einzulösen: Der Reparaturbon der Stadt Wien. Um Reparierbares nicht auf dem Müll landen zu lassen, wird die halbe Rechnung durch einen Reparatur-Gutschein abgedeckt (maximal 100 Euro werden übernommen).

Dankenswerterweise war gerade meine Nähmaschine kaputt, weshalb ich jetzt weiß, wie und dass es bestens funktioniert :-)

Notwendige Schritte: ein „Konto“ anlegen. Dazu sind Name, Adresse, Mailadresse, Geburtsdatum und Telefonnummer anzugeben, via SMS erfolgt eine Verifizierung. Man wählt ein Paßwort, damit kann man sich seinen Gutschein dann herunterladen und ausdrucken.

Das geht auf der Stadt-Wien-Seite HIER.

Die Liste aller Reparaturbetriebe, die den Gutschein einlösen, findet sich im reparaturnetzwerk HIER.

Text ♥ lui

Gratis Tetra statt Plastik nützen

Dinge aufbewahren, trocknen, einfrieren – geht bestens in Tetrapacks. Wer Saft, Milch oder Alternativen wie Reis- und Getreidedrinks kauft, entsorgt die innerlich mit Folie beschichteten Kartons sicher brav in der gelben Tonnen.

Das ist super, muß aber nicht immer sofort sein. Einfach nach Bedarf oben den Deckel oder eine Seitenwand wegschneiden, auswaschen und verwenden! Hier am Bild trocknet Kaffeesud im Tetrapack und düngt später ganz hervorragend Tomaten und Hortensien. Vielleicht wird der Kaffee aber auch mit Kokosöl zu bestem Bio-Peeling der Welt verarbeitet, mal schauen :-)

Andere Einsatz-Varianten für die praktischen Flüssigkeits-Packungen gibt es sonderzahl: Man kann Dinge darin einfrieren, aufbewahren oder überbringen. Der famose Onkel Karli zum Beispiel hortete einst Schrauben und Muttern im Ausmaß eines halben Baumarktes in Legionen von abgeschnittenen Tetrapacks. Heute wandern nicht selten im Freundinnenkreis kleine Pflanzensetzlinge mit feuchter Erde im Tetrapack von Balkon zu Balkon, ohne Handtasche oder Topcase vollzuschmutzen. Sehr praktisch und obendrein gratis!

In die gelbe Tonne kommen die Tetrapacks also am besten erst nach ausgiebiger Zwischennutzung – und aufs Nachkaufen von kaputten Plastik-G’schirrln läßt sich so immer öfter verzichten :-)

Wem das gefällt: Auch Bienenwachstücher schützen Lebensmittel gut und helfen, Plastik oder Einwegartikel wie Folie zu vermeiden.

Text ♥ lui   © Foto: ebenso

Nähen 1: Schuh- als Transferpapier

Die kostenlose Alternative für alle Näher und -innen: Schuhpapier und Co.!

Statt eines Transferpapiers zum Schnitt-Abpausen, das je nach Größe zwischen 5 und 20 Euro kostet, läßt sich eben so gut weißes oder helles Seidenpapier verwenden. Das bekommt man immer wieder gratis! Zum Beispiel werden darin Schuhe beim Kauf eingewickelt, wenn man sie ohne Schachtel nimmt. Manche – auch preiswerte – Lingerie-Ketten wickeln Wäscheteile beim Kauf in Seidenpapier ein, einige Blumengeschäfte tun das mit ihren Pflanzen ebenso. Und wer Geschenke in hellem Seidenpapier bekommt oder es zerknüllt als Füllmaterial in Paketen vorfindet: aufheben – glätten – und gratis als Schnittpapier verwenden!

Text ♥ lui   © Bild: Gerd Altmann | Pixabay

Nähen 2: Butterbrot- statt Transferpapier

Eine besonders günstige Alternative für alle Näh- und DIY-Fans ist: Butterbrotpapier. Die 16 Meter (!) lange und 28 Zentimeter breite Rolle kostet 80 Cent im Drogeriemarkt. Butterbrotpapier eignet sich ganz genau so gut wie das wesentlich teurere Transferpapier, das als Nähbedarf zum Übertragen von Schnittmustern verkauft wird. So zwischen 5 und 20 Euro.

Butterbrotpapier ist wunderbar transparent und ausreichend reißfest zugleich, das Abpausen der Schnittmuster gelingt damit problemlos. Die einzige – und auch das nur manchmal – nötige Adaption: für sehr breite Schnittmuster-Teile muss man zwei Streifen Butterbrotpapier nebeneinander legen und mit Tixo zusammenkleben. Ein Klacks für preisbewußte Näher und -innen!

Text ♥ lui   © Bild: ebenso

Geniales Bio-Mausstützpad aus Linsen

Ein Sackerl Linsen aus dem Kühlschrank oder dem Tiefkühler, schon schont man seine Hand am Schreibtisch bei Laptop, Computer und Co. Special Thanks to Ergotherapie im AKH, wo die hilfreiche Grundidee geboren wurde!

Und so geht’s: Am besten die flachen Tellerlinsen, alternativ auch jede andere Linsensorte (Trockenware!) in ein dünnes Sackerl aus Seide, Baumwolle oder in ein anderes hautfreundliches Material füllen. Oben mit einer Schnur zubinden, ab in den Kühlschrank oder ins Tiefkühlfach. Tellerlinsen deshalb, weil sie Kälte etwas besser speichern als kleinere Linsen-Sorten. Falls jemand die physikalische Erklärung dafür weiß: bitte gerne uns schreiben!

Wenn die Linsen kalt sind: Aus dem Kühlschrank nehmen und vor/neben die Maus legen. So, dass man das Handgelenk bzw. den Unterarm gut darauf lagern kann. Ein bißchen mit der Form und der Füllmenge des Sackerls experimentieren, und schon hat jede und jeder genau die kühle, sich selbst anpassende Unterlage, die das Arbeiten mit der Maus deutlich bequemer macht. Da das Sackerl auch gut am Schreibtisch rutscht, geht das Arbeiten wunderbar.

Meine Empfehlungen: Gleich zwei Linsen-Sackerl machen, so kann man immer eines verwenden und das andere kühlt sich einstweilen ab. Bei Bedarf tauschen. Wer noch mehr oder längere Kühlung braucht, legt eine gefrorene Kühlpatrone unter das Linsen-Sackerl! Wenn’s zu warm wird: Sackerl wenden, schon sind wieder kalte Linsen unter der Pfote.

Warum das eine schlaue Alternative ist? Herkömmliche Stütz-Mauspads sind fast immer synthetisch und nur selten aus biologischen oder unbedenklichen Materialien – und schon gar nicht kühlend! Die Kühlung ist für Computerjunkies aber echt angenehm, für Menschen mit Sehnen- oder Muskelbeschwerden sogar notwendig. Sie mindert akuten Schmerz durch das Verengen der Gefäße und fördert die Durchblutung durch die Erweiterung derselben, nachdem die Kühlung aufgehört hat (© Ergotherapie AKH).

Wer es lieber ohne Kühlung mag: Einfach das Linsensackerl ohne Kühlschrank-Lagerung verwenden. Die sich anpassende Struktur der Linsen ist jedenfalls eine sehr angenehme Stütze.

Ausprobieren und weniger leiden beim Schreiben!

Text ♥ lui   © Bilder: ebenso

Essig als Klarspüler

In der Geschirrspülmaschine funktioniert Essig als Klarspüler (erprobterweise seit mehreren Jahren) ganz hervorragend. Man füllt ihn statt des herkömmlichen Klarspülers in das dafür vorgesehene Fach – und fertig!

Wichtig dabei: Es sollte ein Essig mit nur 5 Prozent Säure sein (keine Essig-Essenz, die ist zu konzentriert). Wieviel Prozent Säure ein Essig enthält, sollte auf jedem Flaschenetikett stehen – manchmal allerdings sehr klein gedruckt.

Herkömmlicher heller Tafelessig, der im Supermarkt oder Diskonter teils unter einem Euro pro Liter angeboten wird, erfüllt den Job tadellos. Die Plastikflasche will nachher natürlich am liebsten in die Gelbe Tonne..

Auch wer Glasflaschen bevorzugt, findet noch immer eine leistbare Auswahl an Tafelessigen. Zero-Waste-AnhängerInnen bekommen Essig in Abfüllstationen von Unverpackt-Läden und können ihn in mitgebrachte Gefäße füllen. Dabei aber bitte nachfragen, wieviel Prozent Säure der Essig enthält.

Die Vorteile von Essig als Klarspüler: Er ist unbedenklich anzuwenden, günstig und schont die Umwelt. Am Geschirr ist nichts davon zu riechen und ein Mir-hat’s-derart-geschmeckt-dass-ich-den-Teller-abschlecke kommt ohne Chemie beim Abwasch noch besser rüber. Selbst falls der Nachwuchs einmal versehentlich die Zungenspitze in den Essig taucht – mehr als großes Gespucke und ein kleiner Lerneffekt sind nicht zu befürchten.

Einen möglichen Nachteil gibt es: Obwohl das Geschirr selbst nie nach Essig riecht, kann beim Öffnen der Maschine eine leichter Essig-Geruch merkbar sein. Wen das nicht stört, der hat durch die günstige und umweltfreundliche Alternative ausschließlich gewonnen.

Text ♥ lui    © Foto: lui

 

Bestes Peeling aus Kaffeesatz & Kokos

Es duftet, es ribbelt, es pflegt: Das Kaffee-Kokos-Peeling ist schnell gemacht und eine feine Alternative für Do-it-Yourself-Fans. Herkömmliche Peelings enthalten nicht selten Mikroplastik, das in immer größeren Mengen in der Umwelt nachweisbar ist – im Wasser, im Meer, in Fischen … Daher: Warum nicht den eigenen  Kaffeesatz verwerten, anstatt ihn wegzuwerfen?

Dazu das schwarze Pulver nach dem Genuß gründlich durchtrocknen lassen. Mit Sonne am Fensterbrett oder winters auf der Heizung (flach ausgebreitet auf Teller, Tablett oder ähnlichem) funktioniert das bestens. Wichtig ist das Trocknen, weil feuchter Kaffeesud gerne schimmelt.

Hat man den straubtrockenen Kaffeesud, mischt man ihn am besten in Kokosöl (Kokosfett). Das gibt es sogar beim ein oder anderen Diskonter zu vernünftigen Preisen in Bio-Qualität und im Schraubglas.

Bewährt hat sich: Eine mittelgroße Menge des Kokosfettes in ein anderes Schraubglas oder einen vorhandenen kleinen Behälter füllen; Kaffeesud dazulöffeln, bis die Masse gut gesättigt ist; und fertig! Wer es dichter mag, nimmt mehr Kaffeesud, wer weniger Gerubbel will, nimmt weniger Kaffee.

Der Kaffeesud im Öl erzeugt eine angenehme Reibung auf der Haut und enthält noch immer genügend Inhaltsstoffe, etwa das für die Haut begehrte Koffein. Gemeinsam mit dem pflegenden Kokosöl duftet es herrlich und die Haut ist nach dem Abrubbeln mit dem DIY-Peeling seeehr geschmeidig.

Einziger Nachteil: Kaffeesud  ist und bleibt braun. Anwendungen empfehlen sich daher in der Dusche/Badewanne. Dass man diese danach – je nach eigenem Perfektionsgrad – vielleicht kurz auswischen wird, ist aber ein geringer Preis für’s Bio-Peeling. Wer sommers einen Garten oder Balkon mit Gartenschlauch zur Verfügung hat, erspart sich auch den.

Alternative für nicht-peelende KaffeetrinkerInnen: Der getrocknete Kaffeesud düngt Tomaten und Hortensien ganz hervorragend! Ohne Kokosöl :-)

Text ♥ lui

Schlau abschminken Volume 1

Einfach mit gutem Öl – das funktioniert ganz hervorragend! Hochwertige Bio-Öle sind eine sehr gute und überall vorhandene Alternative. Jegliche Schminke läßt sich damit entfernen und das Öl pflegt gleichzeitig mit natürlichen Inhaltsstoffen. Und nur mit denen.

Erprobterweise fühlt sich das mit dem milden und leicht duftenden Mandelöl sehr gut an. Wer sich das nicht extra besorgen möchte, kann natürlich auch gutes Olivenöl aus der Küche nehmen. Das funktioniert und pfelgt ebenso, je nach Intensität riecht es im Bad danach vielleicht etwas nach Caprese.

Wer Hang zu Do-it-Yourself verspürt und Zugang zu getrockneten Blüten hat, kann getrocknete Ringelblumen- oder Lavendel-Blüten in sein Öl einarbeiten. Eine Handvoll Blüten in ein sauberes (vorher ausgekochtes) Schraubglas geben, mit Öl bedecken, verschließen, ein paar Tage ziehen lassen und dann abseihen. Beiden Pflanzen wird eine positive Wirkung auf die Haut bescheinigt.

Wer nur selten Make-up oder Wimperntusche trägt, fährt mit Jojoba-Öl zum Abschminken sehr gut. Tatsächlich ist es kein Öl, sondern ein (flüssiges) Wachs – und wird daher nicht ranzig, auch wenn es länger offen ist! Dafür liegt es preislich etwas über Mandel und Olive.

Die Vorteile: Man kann mit Speiseölen und Jojoba bedenkenlos seine Haut pflegen – und auch danach gelangt weder Chemie noch Mikroplastik in den Abfall und damit in die Umwelt. Zudem gibt’s Bio-Öle fast immer in Glasflaschen. Wer möchte, kann gutes Öl sogar in den Abfüllstationen von Unverpackt-Läden holen, im eigenen Gefäß nach Hause bringen und so gänzlich auf Verpackungsmaterial verzichten.

Text ♥ lui

Essig als Weichspüler

Die Wäsche kommt erprobterweise ohne Essig-Geruch und schön weich aus der Waschmaschine: 5prozentiger heller Tafelessig ist eine perfekte Alternative für herkömmlichen, chemischen Weichspüler. Den weißen oder hellen Essig einfach ins dafür vorgesehene Fach der Waschmaschine füllen – und fertig!

Herkömmlicher heller Tafelessig, der im Supermarkt oder Diskonter teils unter einem Euro pro Liter angeboten wird, erfüllt den Job ganz tadellos. Auch wer zu Essig in der Glasflasche greifen will, findet noch immer eine gute Auswahl. Zero-Waste-AnhängerInnen finden Essig auch in Abfüllstationen von Unverpackt-Läden und können ihn in mitgebrachte Gefäße füllen. Dabei aber bitte nachfragen, wieviel Prozent Säure der Essig enthält.

Die Dosierung funktioniert analog zu herkömmlichen Weichspülern und je nach Vorliebe. Für eine Maschine voll mit Handtüchern oder Bettwäsche wird man vielleicht ein Schluckerl mehr nehmen.

Wer guten Duft an frischer Wäsche liebt, bekommt auch das äußerst umweltfreundlich hin: ein paar Tropfen reines ätherisches Öl zum Essig ins Weichspülerfach geben – und es dufte genau so, wie man es mag. Ätherische Öle gibt es in jeder Qualität und Preisklasse, in Drogeriemärkten, in der Apotheke, im Reformladen. Mit einem kleinen Fläschchen kommt man bei vier oder fünf Tropfen pro Waschgang lange aus. Tipp: Rosengeranie – das ist eines der günstigeren ätherischen Öle, duftet aber trotzdem sehr fein nach Rosen.

Die Vorteile an Essig als Weichspüler: Er ist günstiger als viele herkömmliche Produkte, für Umwelt und Geldbörse. Nebenbei findet durch Essig immer auch Entkalkung statt und man hat bei jedem Waschgang die Wahl, ob man mit oder ohne Duft werken möchte.

Nachteile, die ich schildern könnte, sind mir leider keine aufgefallen. Meine Maschine läuft seit 2006 einwandfrei und selbst die Spürnase vom Nachbarshund mag mich noch immer :-)

Text ♥ lui   © Foto: lui