Schweineborsten für die Haare

Gesund und schön: Eine Bürste mit Natur-Borsten vom Wildschwein hat gleich mehrere Vorteile. Man tut seiner Kopfhaut und der Umwelt etwas Gutes. Zugegeben, das Schwein hat nichts mehr davon. Aber wir danken ihm.

Die nachhaltigen Bürsten – jene auf dem Bild hat einen Griff aus dem rasch nachwachsenen Rohstoff Bambus – sind beinahe unkaputtbar. Sie kosten von ca. 25 Euro an aufwärts, erhältlich u.a. in Reformhäusern, Unverpacktläden oder auch bei Frisören. Meiner bietet z.B. ein Modell mit Holzgriff und Wildschweinborsten um 45 Euro an und schwört sein Leben drauf: Es massiere die Kopfhaut optimal, die Borsten nehmen den Talg auf und verteilen ihn bis in die Spitzen der Haare. Das schützt sie und fördert (bei regelmäßiger Bürstung) durch die Massage sogar das Haarwachstum.

Ich kann nur sagen: meine Bürste hält bereits seit mehreren Jahren ohne jeden Borsten-Ausfall. Mein Haar benimmt sich unter’m Strich hervorragend, die Kopfhaut schätzt den starken Druck der Schweinsborsten.

Die mit 3 Euro sehr günstigen Plastikbürsten vom Drogeriemarkt, auf die mein Liebster aus unerfindlichen Gründen steht, verlieren dagegen regelmäßig ihre grauslichen Zähne. Alle paar Monate werden sie Müll-intensiv ausgetauscht. Die Neuanschaffungen summieren sich nach und nach dann auf mehr Geld (und Energie, um das Zeug herzustellen und ranzuschaffen) als meine einmalige Luxus-Bürste aus Naturmaterialien.

Und mehr Freude macht das gesunde, formschön in der Hand liegende Ding auch :-)

Text ♥ lui   © Foto: ebenso

 

Check von Inhaltsstoffen, sofort & gratis

Nur Biochemiker, die mit der Lupe zum Einkaufen gehen, brauchen diese App nicht. Allen anderen Menschen leiste sie gute Dienste: sie zeigt per Scann die Inhaltsstoffe eines Produktes an.

CodeCheck ist eine App, die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln und Kosmetikprodukten anzeigt und bewertet. Man liest den Barcode via Handy ein und erfährt, was sich hinter den vielen Inhaltsstoffen verbirgt – und wie bedenklich oder unbedenklich diese für den eigenen Körper und auch für die Umwelt eingestuft werden.

Wer seinen Magen und seine Haut nicht so gerne mit Mikroplastik, Palmöl oder Weichmachern teilt, der könnte sich bei einigen Lieblingsprodukten durchaus wundern – und mit der App danach womöglich auf die Suche nach einer gesünderen Alternative gehen.

Infos und App unter:
www.codecheck.info

 

 

Text ♥ lui    © Illustrationd: CodeCheck

Mehrweg-Elektronik, erneuert & verbilligt

refurbed ist ein 2017 in Wien gegründeter Marktplatz für erneuerte Produkte.  Handys, Laptops, Drucker, Kameras, diverses Zubehör, Küchengeräte und mehr: refurbed kauft gebrauchte Geräte, unterzieht sie innerlich und äußerlich einer Rundumerneuerung und verkauft sie anschließend um bis zu 40 Prozent günstiger.

Firmenmotto: „Sieht aus wie neu und funktioniert wie neu.“ Inklusive sind 12 Monate Garantie, damit die KonsumentInnen die Scheu vor gebrauchten Geräten verlieren. 30 Tage Gratis-Testen sind ebenfalls drinnen. Wer Geräte lieber mietet, kann auch das tun.

Ihre Grundidee erklären die drei Firmengründer Peter Windischhofer, Kilian Kaminski und Jürgen Riedl so: „Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie umweltschädlich elektronische Neugeräte sind. Bei der Produktion entstehen Unmengen an CO₂-Emissionen, es werden wertvolle Ressourcen verbraucht und am Ende bleibt nur problematischer Elektroschrott, der aufwendig entsorgt werden muss.“ Ergo: erneuern und weiter benützen. Diesen refurbed-Gedanken wollen die drei in ganz Europa bekannt machen und damit „zu einer nachhaltigeren Welt beitragen“. Ebenfalls sympathisch: Für jedes verkaufte Gerät wird ein Baum gepflanzt.

Details unter refurbed.

Text ♥ lui    Foto: Pexels

Messenger: Ein „Signal“ setzen

Der Messenger-Dienst „Signal“ ist durch Elon Musks Aufruf, Signal statt WhatsApp zu verwenden, mit einem Schlag berühmt geworden. Aber ich verspreche: Es war vorher schon gut. Signal funktioniert erprobterweise hervorragend, ist gratis und macht nebenbei kein Geschäft mit allen Kontaktdaten, die man auf seinem Handy gespeichert hat.

Für Signal als schlaue Alternative spricht:

Signal funktioniert nach dem „Zero-Knowledge-Prinzip“, bei dem der Betreiber erst gar keinen Zugriff auf Nutzer-Daten hat. Signal wird von einer gemeinnützigen Stiftung gehalten, hat also nicht den Druck, seine (= deine) Großmutter zu verkaufen. Signal hat eine sehr verlässliche End-zu-End-Verschlüsselung, so gut, dass auch Edward Snowden (als Whistleblower quasi DER Experte) es propagiert. Signal macht kein Geschäft mit UserInnen-Daten oder ihrem Kommunikations-Verhalten und saugt auch nicht alle (!) auf dem jeweiligen Handy gespeicherten Kontaktdaten deiner FreundInnen, Familie und GeschäftspartnerInnen ab. WhatsApp kann bzw. tut das schon, nicht zuletzt durch die Verknüpfung mit Facebook.

Daher, liebe Freundinnen und Freunde eines nachhaltigen Lebenswandesl: Lasst Euch von Elon Musk, Edward Snowden und ♥ lui zum Umstieg auf Signal animieren. Es ist eine feine und seltene Möglichkeit, auch als Einzelner einen Schritt zu tun, der im Kollektiv ebenso symbolhaft wie ökonomisch relevant aufschlägt. Falls ihr schon Signal-UserInnen seid: verschickt Einladungen an eure echten Freunde. Meine haben darauf mit Begeisterung reagiert.

Für alle, die gerne selber nachsehen wollen: Hier geht’s zu Signal

Text ♥ lui   Illustration: Montage

Geschirrspülpulver: Öko und günstig

Geschirrspülpulver lässt sich sehr einfach, gesund und billig selbst mischen. Damit hat man es sowohl für sein eigenes Essgeschirr als auch für danach (Kanal und Umwelt) in der Hand, mit welchen Stoffen man leben und welche Chemikalien man meiden will. Fühlt sich gut an, das selbst zu entscheiden 😊

Zwei erprobte Rezepte:

• 1 zu 1 zu 1 mischen: Man nimm zu gleichen Teilen Natron, Soda (= „Waschsoda“) und Zitronensäure-Pulver. Die Pülver gut mischen, trocken in einem Gefäß aufbewahren, fertig!

Falls man anfangs skeptisch ist, was die Spülkraft betrifft: Einfach die Dosierbox im Geschirrspüler vollfüllen und schauen, wie das Ergebnis wird. Bei mir misst eine Volldosierung etwa 25 Gramm Pulver. Diese Menge hat sich jedenfalls bewährt, bei leichterer Verschmutzung ist eine Reduktion des Pulvers problemlos möglich.

• Zweite Variante: 150 Gramm Soda (= „Waschsoda“), 125 Gramm Zitronensäure-Pulver und 50 Gramm Geschirrspüler-Salz. Letzteres muss vorher zu feinerem Pulver verrieben werden, falls es ein grobkörniges ist. Dann alle drei pulvrigen Zutaten vermischen, trocken aufbewahren, fertig! Für Dosierung und Wascherfolg gilt gleiches wie bei der oberen Variante. Der Unterschied liegt im Salz, das in Regionen mit „härterem“ Wasser von den Maschinenherstellern empfohlen wird.

Woher bekommt man die Zutaten, was kosten sie?

Natron und Soda (= „Waschsoda“) kaufe ich nach Preisvergleichen beruhigt im Unverpacktladen. Alle paar Monate fülle ich meine großen Vorratsgläser nach, das spart Zeit und Verpackung. Natron kostet in meinem nächstgelegenen Unverpackt-Shop (das ist die Maßgreißlerei in der Leopoldstadt) 4,20 Euro pro Kilo. Das ist billiger als 1 Kilo Natron im Plastiksack in meiner Apotheke. Waschsoda kostet in der Maßgreißlerei 4,90 Euro pro Kilo. Zitronensäure ist vergleichsweise teurer um 8,90 Euro pro Kilo zu haben. Wer einen Unverpackt-Laden in seiner Nähe sucht: Zerowaste Austria bietet z.B. eine Liste aller Unverpackt-Läden in Wien. Natürlich finden sich auch in Online-Shops unendlich viele Varianten, was Preis und Qualität bei Natron, Soda und Zitronensäure betrifft. „Heitmann Reine Soda“ etwa läßt sich mancherorts zwar für kanpp 2 Euro pro Kilogramm bestellen, wird aber durch die jeweiligen Versandkosten teurer.

Für Zitronensäure gibt es eine billige Alternative im herkömmlichen Segment: Haas-Zitronensäure kostet bei Billa (leider nur im Kleinformat zu haben) 1,49 Euro pro 250 Gramm. Der Kilo ist damit um 5,96 Euro in vier Plastikverpackungen erhältlich.

Mischt man sein ökologisch unbedenkliches Geschirrspülpulver selbst, kostet ein Kilogramm in der 1:1:1-Variante 5,02 Euro. Bei mir reicht das locker für 50 Spülgänge, womit ich bei 10 Cent pro Durchgang bin. Das ist deutlich günstiger als bei vielen Pulver-Produkten, die laut Aufschrift „ökologisch abbaubar“ sind.

Text ♥ lui   © Foto: ebenso

 

„s’Fachl“: Geschäft für Selbstgemachtes

Eine schlaue Gemeinschaftsvermarktung für SelbermacherInnen und gleichzeitig eine Möglichkeit für alle, die Massenware gerne meiden: das Geschäft s’Fachl Wien in der Alser Straße 43.

In schön arrangierten Holzkisten wird dort eine große Auswahl an Selbstgemachtem, Kleinstserien und Bio-Lebensmitteln ausgestellt. Seifen, Schmuck, Öle, Mützen, Marmeladen, Wachstücher, Kosmetik . . .  – kann man gar nicht alles aufzählen.

Das Geschäft ist damit eine Plattform für Kleinst-ProduzentInnen, die sich keinen eigenen Verkaufsshop einrichten können oder wollen. Für ca. 10 Euro pro Woche kann sich jeder und jede im Geschäft ein „Fachl“ – eigentlich eine Kiste – mieten. KäuferInnen können beim Stöbern sogar etwas trinken, weil auch eine Kaffeebar angeschlossen ist. Praktisch vor allem für eine Geschenke-Suche – ich mag’s!

Öffnungszeiten Mo – Fr von 10 bis 18.30 Uhr, Sa 10 bis 16.30 Uhr;
Weitere Infos hier im Fachl oder unter +43 660 89 10 902

Text ♥ lui   © Foto: ebenso

Weiche Banane als Haferkeks

Banane zu weich, zu braun, zu gatschig zum Essen? Super! Mach die einfachsten Kekse der Welt daraus. Süß, ganz ohne Zusatzzucker, nur aus Banane und Haferflocken – die gehen sogar zum Frühstück!

Grundrezept:
Zermantsche die Banane mit einer Gabel in einer Schüssel. Wirf pro mittelgroßer Banane ca. 60 Gramm kleinblättrige Haferflocken dazu. Je nach Vorliebe können es auch etwas mehr Flocken sein, die Kekse werden dadurch knuspriger.
Vermische Bananengatsch und Haferflocken. Das geht mit der Gabel oder den Knethaken eines Mixers. Heiz das Backrohr auf ca. 180 Grad vor. Dann nimm mit einem Teelöffel kleine Batzen „Teig“ aus der Schüssel und setz die Kekshäufchen auf ein Backblech (Backpapier oder Backmatte erübrigen sogar das Putzen des Blechs).
Nach ca. 15 bis 20 Minuten im Rohr sind die Dinger außen schön knusprig und innen ein bisschen weich.

Variantenreichtum ohne Ende: Ich werfe nur Rosinen in den Basisteig, das aber massenhaft. Diverse TestesserInnen liebten Zimt, Kakao oder Kardamom als Gewürze. Honig und Ahornsirup gibt noch mehr Süße, ebenso kleingeschnittene Dattelstückchen. Scharfe Varianten mit Pfeffer oder Chili? Aber ja – wer’s mag . . .

Formenvielfalt: Wenn Du statt der Löffel-Häufchen kleine Barren formst, bekommst Du Müsliriegel zum Mitnehmen. Einpacken in Wachspapier und schon ist Reiseproviant da.
Guten Appetit!

Text ♥ lui © Foto: ebenso

 

 

Nudeln in Papier-Verpackung

Fast alle Pasta-Varianten im Supermarkt kommen in Plastik daher, einige setzen auf eine Mischung aus Karton und Plastik-Sichtfenster. Prinzipiell nennt die Industrie als Begründung für den massiven Plastikeinsatz, dass die KäuferInnen die Nudeln gerne durch die Packung sehen wollen – und hat uns seit Jahrzehnten darauf konditioniert. Eine Umstellung ist also nicht ohne geschäftliches Risiko, den Pionier auf diesem Gebiet darf man daher zurecht als Alternative ins Gespräche bringen: Die burgenländische Firma Wolf Nudeln mit Sitz in Güssing hat weltweit als erste auf Papierverpackung für Nudeln umgestellt.

Auch sonst hat die Firma Umwelt-Preise abgeräumt, z.B. den Sieg in der Kategorie Luft der Energy Globe Awards Austria 2013. Unter anderem deshalb, weil für die Nudelherstellung Eier aus dem eigenen Hühnerstall verwendet werden, das Futter fürs Federvieh aus der Region stammt und der Mist der Hühner in der eigenen Biogasanlage in Energie umgewandelt wird, die wiederum zum Nudelmachen dient.

Das verwendete Verpackungspapier ist ein Spezialerzeugnis mit besonders langen Fasern, seine Grundlage ist Fichtenholz. Für einen geschlägerten Baum werden laut Firma Wolf vier neue gepflanzt; das Papier könne ganz normal in die getrennte Sammlung gegeben und danach vollständig recycelt werden.

Wer sich näher informieren will – auch zur Besichtigung der Biogasanlage! – klickt bei wolfnudeln rein. Zu haben ist der Trockenteig im Papiermantel in gängigen Supermärkten.

Ob die Pasta aus dem Papier besser schmeckt, kann natürlich nur der Selbstversuch zeigen. Eine mögliche Alternative zur Plastikverpackung sind Papiersackerl – neben dem Einkauf in Unverpacktläden – aber jedenfalls.

Text ♥ lui © Foto: ImageParty

Tintentank statt Druckerpatronen

Eine Kalkulation wert: Drucker mit nachfüllbarem Tintentank.

Sie sind im Ankauf teurer als die günstigeren unter den herkömmlichen Geräten, sparen aber dafür laufende Kosten und Müll, weil die Druckerpatronen endlich (über)flüssig sind.

Eigene Erfahrungen mit Tintentank-Geräten kann ich noch nicht bieten, jedoch klingt die Alternative gut: Tinte nachfüllen statt jedesmal einen realtiv großen Teil des Gerätes auszutauschen und wegzuwerfen.

Drucker- und Multi-Geräte mit nachfüllbarem Tintentank gesehen von Epson (die waren die ersten), Canon und HP. Die Preise fangen etwa bei 170 Euro an, der Großteil liegt zwischen 300 und 400 Euro. Einer der Hersteller berechnet, dass man mit einer Tankfüllung 72 Druckerpatronen ersetzt bzw. 14.000 Seiten oder drei Jahre lang drucken kann.

Wer hat Erfahrungen damit? Bitte sehr gerne mit der lovevienna-Community teilen! Schreibt uns HIER. Gracias!

Text ♥ lui   © Bild: artemtation

 

Öffi-Wanderguide der Naturfreunde

Die Naturfreunde haben eine kostenlose Broschüre mit 46 familienfreundlichen Wanderungen zu Naturfreunde-Hütten bzw. auf Naturfreunde-Wegen in ganz Österreich aufgelegt. Alle beschriebenen Touren sind mit Bahn und/oder Bus erreichbar. Die Broschüre hat 120 Seiten und kann gratis angefordert (oder auch heruntergeladen) werden.

Anfordern oder Downloaden der Wander-Broschüre HIER.

Und falls man schon dabei ist: einen Gratis-Folder für Wanderungen mit Kindern gibt’s auch :-)

Text ♥ lui   © Foto: Lena Helfinger