Tolle Anleitungen in neuem DIY-Buch

„Spaß mit Müll“ will ganz schön viel: Tolle Anleitungen für Upcycling- und DIY-Projekte geben, Freude machen, schön sein und nebenbei der Konsumgesellschaft ein kleines Schnippchen schlagen. Ach ja: und es ist von mir 😊

Mit leicht nachzumachenden, genauen Schritt-für-Schritt-Anleitungen will ich die Freude und Lust vermitteln, die es mach, kreativ mit unseren Ressourcen umzugehen. Dabei entstehen schöne und nützliche Design-Gegenstände aus „Abfall“, der sich gratis in jedem Haushalt ansammelt. Schraubgläser, Tetrapaks, Konservendosen, Plastikflaschen, Altpapier: Das alles lässt sich fantasievoll upcyceln, bekommt dadurch ein zweites Leben und bleibt so länger im Kreislauf. Das verkleinert wiederum den Müllberg und hilft – jedenfalls mir – sogar beim Ausmisten.

Seit ich regelmäßig zu Hause auf Schatzsuche gehe, um alte Gegenstände wieder in Gebrauch zu bringen, habe ich auf einmal wesentlich mehr Stauraum frei! Ewig herumliegendes Geschenkpapier und alte Bücher sind begeistert verarbeitet worden, keine Gürtelschnalle ist mehr vor mir sicher, Büromaterial hat auf einmal ganz neuen Sinn und eine angefangene Dose Farbe braucht auch keinen Platz mehr. Weil es sie nicht mehr gibt! Die Wohnung ist luftiger, Freundinnen und Freunde werden mit erstaunlichen Mitbringseln entzückt und ein Buch ist auch noch daraus geworden.

Wie man den Platz in seinem eigenen Kleiderschrank fast verdoppelt, verrate ich auch im Buch. Neugierig? Das würde mich echt freuen!

„Spaß mit Müll – Design aus Abfall“ gibt’s im guten Buchhandel sowie online zu bestellen. Erschienen ist es im echomedia buchverlag unter seiner genialen Chefin Ilse Helmreich, die „so ein Upcycling-Buch schon immer haben wollte“. Danke, Ilse!

SPASS MIT MÜLL von Ingrid Luttenberger, erschienen im echomedia buchverlag, ist um € 24,90 erhältlich. ISBN 978-3-903989-01-6

Text ♥ lui   © Foto: Stephan Mussil (und der Mann ist gut!)

 

„gabarage“: Sozialer Upcycling-Store

Tolles Design, Ressourcen-schonendes Upcycling und eine Beschäftigungs- sowie Ausbildungs-Initiative für Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben: das alles ist gabarage.
In Zusammenarbeit mit DesignerInnen werden Rolltreppen-Stufen zu Sitzmöbeln verarbeitet, aus gebrauchten Planen entstehen Rucksäcke, diverseste Altstoffe mutieren zu Schmuck, Lampen und anderen Kreativitäten. Das alles läßt sich sogar kaufen – z.B. im Shop in der Wiener Schleifmühlgasse 6 oder auch online. Auch wer als UnternehmerIn mit gabarage kooperieren will, findet offene Ohren.

Mehr Details und Öffnungszeiten unter gabarage HIER.

Text ♥ lui   © Foto: gabarage

wikiHow auch für Handwerkliches

Recht hilfreiches Einstiegs-Wissen und eine unkomplizierte Suchfunktion bietet wikiHow unter anderem für einige handwerkliche Techniken. Mit „Wie macht man . . .?“-Fragen können EinsteigerInnen dort recht gut aufgehoben sein.

Gibt man z.B. „Holz“ in die Suchmaske ein, erscheinen Artikel über „Holz verbiegen“, „Holz bleichen“, „Holz wasserfest machen“, „Holz beizen“ und „Holz gravieren“. Neben Handwerkstechniken werden auch viele andere Fachbereiche (vom Haustier über Medizin und Jus bis zur Ernährung) behandelt.

wikiHow ist für UserInnen gratis, funktioniert ohne Anmeldung und ist als gewinnorientiertes Unternehmen werbefinanziert. Es definiert sich selbst als weltweite Gemeinschaft von tausenden von Leuten mit dem Ziel, „die ganze Welt an ihrem Wissen teilhaben zu lassen“. Ein durchschnittlicher Artikel bei wikiHow wird nach Eigenangabe des Unternehmens von 23 Personen bearbeitet bzw. verbessert, von 16 Personen überprüft und im Schnitt 9mal pro Jahr geändert. Bei heiklen Thematiken wie z.B. Gesundheit oder Recht gibt es Artikel, die – mit grünem Hakerl gekennzeichnet – von ExpertInnen kontrolliert wurden.

Dass das deutsche wikiHow seine mit Bild vorgestellten weiblichen Expertinnen konsequent als „Er“ vorstellt und tituliert, ist vermutlich einem originellen Übersetzungsprogramm geschuldet; und eher nicht von 16 Personen überprüft worden . . .

Das Unternehmen wurde 2005 von Jack Herrick in Palo Alto (Kalifornien, USA) gegründet. Es kooperiert mit so unterschiedlich ausgerichteten Organisationen wie z.B. der Stiftung der Vereinten Nationen, Amazon, Facebook Free Basics, Crisis Text Line oder Mental Health America.

WikiHow kann durchaus nützlich für Grundwissen sein. Dass wikiHow sich darüber freut, dass „mindestens 4 Babys in einer Notsituation mithilfe eins wikiHow-Artikels geboren wurden“, ist jedenfalls ein Lächeln wert.

Details ebenso wie Suchmaske gibt es bei wikiHow hier.

Text ♥ lui   © Foto: Steve Buissinne

„s’Fachl“: Geschäft für Selbstgemachtes

Eine schlaue Gemeinschaftsvermarktung für SelbermacherInnen und gleichzeitig eine Möglichkeit für alle, die Massenware gerne meiden: das Geschäft s’Fachl Wien in der Alser Straße 43.

In schön arrangierten Holzkisten wird dort eine große Auswahl an Selbstgemachtem, Kleinstserien und Bio-Lebensmitteln ausgestellt. Seifen, Schmuck, Öle, Mützen, Marmeladen, Wachstücher, Kosmetik . . .  – kann man gar nicht alles aufzählen.

Das Geschäft ist damit eine Plattform für Kleinst-ProduzentInnen, die sich keinen eigenen Verkaufsshop einrichten können oder wollen. Für ca. 10 Euro pro Woche kann sich jeder und jede im Geschäft ein „Fachl“ – eigentlich eine Kiste – mieten. KäuferInnen können beim Stöbern sogar etwas trinken, weil auch eine Kaffeebar angeschlossen ist. Praktisch vor allem für eine Geschenke-Suche – ich mag’s!

Öffnungszeiten Mo – Fr von 10 bis 18.30 Uhr, Sa 10 bis 16.30 Uhr;
Weitere Infos hier im Fachl oder unter +43 660 89 10 902

Text ♥ lui   © Foto: ebenso

Gratis Tetra statt Plastik nützen

Dinge aufbewahren, trocknen, einfrieren – geht bestens in Tetrapaks. Wer Saft, Milch oder Alternativen wie Reis- und Getreidedrinks kauft, entsorgt die innerlich mit Folie beschichteten Kartons sicher brav in der gelben Tonnen.

Das ist super, muß aber nicht sofort sein. Einfach nach Bedarf oben den Deckel oder eine Seitenwand wegschneiden, auswaschen und verwenden! Hier am Bild trocknet gebrauchter Bio-Kaffeesud im Tetrapak und düngt später ganz hervorragend Tomaten und Hortensien. Vielleicht wird der Kaffee aber auch mit Kokosöl zum besten Bio-Peeling der Welt verarbeitet, mal schauen :-)

Auch andere Einsatz-Varianten für die Tetrapaks gibt es sonderzahl: Man kann Dinge darin einfrieren (und spart Plastik), aufbewahren (und spart Plastik) oder überbringen (z.B. um Blumen untenrum zu befeuchten). Der famose Onkel Karli zum Beispiel hortete einst Schrauben und Muttern im Ausmaß eines halben Baumarktes in  abgeschnittenen Tetrapaks. Heute wandern in meinem Freundinnenkreis kleine Pflanzensetzlinge mit feuchter Erde im Tetrapak von Balkon zu Balkon, ohne Tasche oder Topcase vollzuschmutzen. Sehr praktisch und obendrein gratis.

In die gelbe Tonne kommen die Tetrapaks also am besten nach ausgiebiger Zwischennutzung – und aufs Nachkaufen von kaputten Plastik-G’schirrln läßt sich so immer öfter verzichten :-)

Wem das gefällt: Auch Bienenwachstücher schützen Lebensmittel gut und helfen, Plastik oder Einwegartikel wie Folie zu vermeiden.

Text ♥ lui   © Foto: ebenso

Nähen 1: Schuh- als Transferpapier

Die kostenlose Alternative für alle Näher und -innen: Schuhpapier und Co.!

Statt eines Transferpapiers zum Schnitt-Abpausen, das je nach Größe zwischen 5 und 20 Euro kostet, läßt sich eben so gut weißes oder helles Seidenpapier verwenden. Das bekommt man immer wieder gratis! Zum Beispiel werden darin Schuhe beim Kauf eingewickelt, wenn man sie ohne Schachtel nimmt. Manche – auch preiswerte – Lingerie-Ketten wickeln Wäscheteile beim Kauf in Seidenpapier ein, einige Blumengeschäfte tun das mit ihren Pflanzen ebenso. Und wer Geschenke in hellem Seidenpapier bekommt oder es zerknüllt als Füllmaterial in Paketen vorfindet: aufheben – glätten – und gratis als Schnittpapier verwenden!

Text ♥ lui   © Bild: Gerd Altmann | Pixabay

Nähen 2: Butterbrot- statt Transferpapier

Eine besonders günstige Alternative für alle Näh- und DIY-Fans ist: Butterbrotpapier. Die 16 Meter (!) lange und 28 Zentimeter breite Rolle kostet 80 Cent im Drogeriemarkt. Butterbrotpapier eignet sich ganz genau so gut wie das wesentlich teurere Transferpapier, das als Nähbedarf zum Übertragen von Schnittmustern verkauft wird. So zwischen 5 und 20 Euro.

Butterbrotpapier ist wunderbar transparent und ausreichend reißfest zugleich, das Abpausen der Schnittmuster gelingt damit problemlos. Die einzige – und auch das nur manchmal – nötige Adaption: für sehr breite Schnittmuster-Teile muss man zwei Streifen Butterbrotpapier nebeneinander legen und mit Tixo zusammenkleben. Ein Klacks für preisbewußte Näher und -innen!

Text ♥ lui   © Bild: ebenso

Schlaues Seifensackerl

Irgendwann ist jede Seife ein Restl. Klein, rutschig, irgendwie lästig – und trotzdem will man’s nicht einfach wegwerfen.

Die Alternative: ein kleines Seifensackerl. Irgendein durchlässiges Material, z.B. ein Schmucksackerl, in dem man einmal Modeschmuck oder auch Seife (!) bekommen hat. Wer will, kann auch einen dünnen Baumwollstoff mit ein paar Stichen zusammennähen oder ein engmaschiges Erdäpfel- oder Zwiebelnetz umfunktionieren.

Das Sackerl soll zum Zubinden und Öffnen sein sowie wasserdurchlässig – das reicht schon! Kleine Seifenreste werden dort drinnen gesammelt. Wenn genug zusammengekommen sind, läßt sich das Sackel mit den vielen Resten wie ein ganzes Stück Seife verwenden.

Abfall gespart, Produkt gänzlich genützt anstatt den Rest weggeworfen und so auch noch Geld gespart: wunderbar!

Ach ja: Für alle begeisterten die-angefangene-Seife-aus-dem-Hotel-MitnehmerInnen ist so ein Seifensackerl besonders genial. Ein paar kleine Barren in so einem Sackerl zusammengetan, das fühlt sich wie die Großen an.

Für diese Idee: Special thank’s to Tante Gerti und Onkel Karli selig; beide Jahrgang 1929 und eine lebenslange Kreativwerkstatt für die Wiederverwertung von eigentlich eh fast allem.

Text ♥ lui   © Foto: lui

Bügeln? Auf die Rolle hängen!

Ich erspare mir echt viel Bügelarbeit durch einen kleinen schlauen DIY-Hack: verdickte Stränge am Wäschetrockner! Schon bekommen T-Shirt und Co. keine scharfen Falten mehr vom Aufhängen. Sehr praktisch.

Die Vergrößerrung geht mit vielen Materialien, ausprobiert habe ich z.B. einen alten (vorher gesäuberten :-) Gartenschlauch. Das Prinzip war richtig, der Schlauch aber nicht dick genug. Der zweite Versuche war dann optimal: Isolationsmaterial für Leitungen aus dem Baumarkt. Je nach Firma und Größe/Dicke/Material gibt es das etwa 1 Euro pro Meter-Stück. Es besteht aus einem leichten Schaumstoffmaterial und ist quasi eine hohle Röhre. Die Lebensdauer der Dinger scheint (auf einem Wäschetrockner) nahe unendlich zu sein.

DIY:  Mit dem Stanley-Messer – eventuell klappt es auch mit einem sehr scharfen Küchenmesser – einen durchgehenden, geraden Schnitt in das Material ziehen. Achtung: Das Messer reicht von außen nur bis in den Hohlraum – nicht das gesamte Rohr halbieren!

Ist dieser Schnitt in der Schaumstoffrolle, läßt sie sich locker über einen Strang des Wäschetrockners „einhängen“. Die Röhre behält gut ihre Form, also braucht man sie bloß mit dem Schnitt nach unten auszurichten und fertig!

Eventueller Nachteil: Beim Aufhängen der Wäsche ist anfangs ein bißchen Fingerspitzengefühl nötig, weil sich die Röhren gerne mitdrehen. Hat man aber schnell im Griff – z.B. wenn man mit Finger oder Handrücken eine Röhre und ihre Nachbarn fixiert, während man ein Wäschestück einfädelt. Wem das zu mühsam ist: einfach nur auf jeden zweiten Strang so eine Vergrößerung hängen.

Großer Vorteil: alle T-Shirts und erstaunlich viele Hemden, Blusen und sogar Hosen hängen sich so ganz von selbst aus, ohne dass eine häßliche Falte in der Mitte prangt – und das Bügeleisen versauert. Hurra!

Text ♥ lui   © Fotos: lui

Zweiter Kräutertee als Dünger

Wer gerne Kräutertee trinkt und Pflanzen hat – egal ob im Zimmer, am Balkon oder im Garten – der kann seinen Kräutertee als schlaue Alternative zweitverwerten und zum Nährstoff-Lieferanten machen!

Dazu die bereits zum Trinken aufgebrühten Kräuter nach dem Teegenuß in einen Krug oder ein anderes Gefäß geben. Das geht besonders einfach wenn man die Teekräuter „offen“ überbrüht hat, aber auch ein kleines Teesackerl läßt sich leicht aufreißen. Man gibt auf die bereits gebrauchten Kräuter nochmals Wasser – warm oder kalt – und läßt das ganze ein bißchen stehen. Fertig ist der Zusatz-Dünger: Das Wasser hat auch beim zweiten Mal noch wertvolle Inhaltsstoffe der Kräuter aufgenommen und eignet sich jetzt gut zum Pflanzengießen.

Im Freien kann man ruhig die kleingehächselten Kräuter aus dem Mehrweg-Tee auf der Erde rund um Obst- oder Gemüsepflanzen liegen lassen. Für den Gummibaum im Zimmer wird’s vielleicht ein bißchen zu viel an Kräuterschicht, wenn man das regelmäßig macht. Hier besser nur das Kräuter-Wasser verwende und das Kraut in den Bio-Müll geben. Beziehungsweise das Teesackerl für die Indoor-Zweitverwertung nicht aufreißen, sondern nach dem Trinken gleich in die Gießkanne hängen. Biete sich geradezu an :-)

Guten Appetit euren Pflanzen mit der sinnvollen Zweitnutzung!

Text ♥ lui   © Foto: lui