Geschirrspülpulver: Öko und günstig

Geschirrspülpulver lässt sich sehr einfach, gesund und billig selbst mischen. Damit hat man es sowohl für sein eigenes Essgeschirr als auch für danach (Kanal und Umwelt) in der Hand, mit welchen Stoffen man leben und welche Chemikalien man meiden will. Fühlt sich gut an, das selbst zu entscheiden 😊

Zwei erprobte Rezepte:

• 1 zu 1 zu 1 mischen: Man nimm zu gleichen Teilen Natron, Soda (= „Waschsoda“) und Zitronensäure-Pulver. Die Pülver gut mischen, trocken in einem Gefäß aufbewahren, fertig!

Falls man anfangs skeptisch ist, was die Spülkraft betrifft: Einfach die Dosierbox im Geschirrspüler vollfüllen und schauen, wie das Ergebnis wird. Bei mir misst eine Volldosierung etwa 25 Gramm Pulver. Diese Menge hat sich jedenfalls bewährt, bei leichterer Verschmutzung ist eine Reduktion des Pulvers problemlos möglich.

• Zweite Variante: 150 Gramm Soda (= „Waschsoda“), 125 Gramm Zitronensäure-Pulver und 50 Gramm Geschirrspüler-Salz. Letzteres muss vorher zu feinerem Pulver verrieben werden, falls es ein grobkörniges ist. Dann alle drei pulvrigen Zutaten vermischen, trocken aufbewahren, fertig! Für Dosierung und Wascherfolg gilt gleiches wie bei der oberen Variante. Der Unterschied liegt im Salz, das in Regionen mit „härterem“ Wasser von den Maschinenherstellern empfohlen wird.

Woher bekommt man die Zutaten, was kosten sie?

Natron und Soda (= „Waschsoda“) kaufe ich nach Preisvergleichen beruhigt im Unverpacktladen. Alle paar Monate fülle ich meine großen Vorratsgläser nach, das spart Zeit und Verpackung. Natron kostet in meinem nächstgelegenen Unverpackt-Shop (das ist die Maßgreißlerei in der Leopoldstadt) 4,20 Euro pro Kilo. Das ist billiger als 1 Kilo Natron im Plastiksack in meiner Apotheke. Waschsoda kostet in der Maßgreißlerei 4,90 Euro pro Kilo. Zitronensäure ist vergleichsweise teurer um 8,90 Euro pro Kilo zu haben. Wer einen Unverpackt-Laden in seiner Nähe sucht: Zerowaste Austria bietet z.B. eine Liste aller Unverpackt-Läden in Wien. Natürlich finden sich auch in Online-Shops unendlich viele Varianten, was Preis und Qualität bei Natron, Soda und Zitronensäure betrifft. „Heitmann Reine Soda“ etwa läßt sich mancherorts zwar für kanpp 2 Euro pro Kilogramm bestellen, wird aber durch die jeweiligen Versandkosten teurer.

Für Zitronensäure gibt es eine billige Alternative im herkömmlichen Segment: Haas-Zitronensäure kostet bei Billa (leider nur im Kleinformat zu haben) 1,49 Euro pro 250 Gramm. Der Kilo ist damit um 5,96 Euro in vier Plastikverpackungen erhältlich.

Mischt man sein ökologisch unbedenkliches Geschirrspülpulver selbst, kostet ein Kilogramm in der 1:1:1-Variante 5,02 Euro. Bei mir reicht das locker für 50 Spülgänge, womit ich bei 10 Cent pro Durchgang bin. Das ist deutlich günstiger als bei vielen Pulver-Produkten, die laut Aufschrift „ökologisch abbaubar“ sind.

Text ♥ lui   © Foto: ebenso

 

Kleister kochen statt kaufen

Wer Kleister durch eine unbedenkliche Alternative ersetze möchte – z.B. beim Basteln mit Kindern oder einfach so – kann auf Kochen setzen statt auf Kaufen. Mit Mehl, Wasser und Zucker funktioniert das total gut.

Mein bewährtes Lieblingsrezept in nur drei Schritten:

I. In einem Kochtopf 1/8 Liter kaltes Wasser und 2 Esslöffel Weizenmehl (kein Vollkorn) klümpchenfrei verrühren. Schneebesen mit Hand reicht, Stabmixer geht natürlich auch.

II. 1/4 Liter heißes Wasser in den Topf dazugießen, unter Rühren alles kurz aufköcheln lassen.

III. 1 Esslöffel herkömmlichen weißen Zucker einrühren. Sowie sich der Zucker aufgelöst hat: abkühlen lassen, dann verwenden.

Falls etwas übrigbleibt: In einem Schraubglas im Kühlschrank hält das Gemisch zumindest eine Woche, meist länger. Solange es nicht stinkt (bestialisch, verdorbener Kleister ist eindeutig) kann man es später weiter verwenden, bei Bedarf auch mit Wasser verdünnen.

Lässt sich beim Basteln benützen wie gekaufter Tapetenkleister, ist nur gesünder und billiger. Ach ja: Verpackungsmaterial wird auch noch vermieden :-)

Text ♥ lui   © Bild: sillylilly

Bienenwachs statt Alu-, Plastik und Folie

Bienenwachstücher statt Alu- und Frischhaltefolie verwenden – kennt schon jeder? Das wäre toll! Nützt schon jeder? Leider noch nicht.  Aber nach diesem Artikel . . .

Warum ist Bienenwachs eine so grandiose Alternative? Bienen bauen nicht zuletzt durch ihren Speichel und mit den in der Natur gesammelten Pollen und Harzen viele schützende Inhaltsstoffe in ihr Wachs, den Honig und das Propolis ein – sie können gar nicht anders. Die Gesundheit des ganzen Bienenvolkes hängt davon ab, wie gut der Stock gegen Keime, Erreger, Pilze und Bakterien geschützt ist. Ergo: echtes Bienenwachs kann was. Falls es mit unserer Haut oder Nahrung in Berührung kommt: wunderbar! Darum findet es sich auch in vielen  Naturkosmetika.

Da sich selbiges nicht über Alufolie und Plastik sagen läßt: vielleicht das Wachstuch als Alternative erwägen. Um (trockene) Lebensmittel wie Brot, Jausen oder Kuchen einzuwickeln, um Schüsseln oder Gläser abzudecken, um Kekse einzusacken oder um den Nachmittagsapfel zu schützen, den man noch schnell in die überdimensionale Handtasche wirft . . .

Zu kaufen gibt es Wachstücher mittlerweile auch in koventionellen Drogeriemärkten, gesehen ab etwa 8 Euro das Stück – und schon länger gibt es sie in Reformhäusern, auf vielen Märkten oder beim Imker des Vertrauens.

Noch feiner ist es allerdings, das do-it-yourself-Erlebnis gleich mitzunehmen und Wachstücher selbst herzustellen – das geht erstaunlich leicht!

Und so geht’s – Variante 1, die vorsichtige, mit Bilder-Link am Ende:

Backpapier auf ein Backblech legen, ein Stück Baumwollstoff in beliebiger Größe drauflegen und darauf Bienenwachs verteilen. Nehmen kann man dazu entweder Bienenwachs-Drops (zu kaufen gibt es die bei Imkern, Online, in Reformhäusern . . .) oder man schabt Wachs von einer Kerze; allerding nur wenn sicher ist, dass es sich dabei um Bio-Bienenwachs und SONST NIX handelt. Das Backblech mitsamt Backpapier, Stoff und Wachs ins Backrohr schieben – zum Beispiel nachdem es gerade benützt wurde, dann reicht die Restwärme und man spart auch noch Energie. Oder man schaltet das kalte Rohr auf ca. 50 Grad und schaut, ob das Wachs zu schmelzen beginnt. Falls nicht: etwas höher drehen, aber nicht zu viel. Rauchen tut dem Wachs nicht gut, da ist es ganz Mensch.

Sowie das Wachs flüssig ist, verteilt es sich von selbst im Stoff. Wenn das geschehen ist: Backofen öffnen, Blech rausholen und Tuch (mit einer Zange oder ähnlichem Gerät) aus dem Blech heben. Kurz halten oder mit Kluppen auf eine Schnur hängen. Das Wachs trocknet sehr rasch, wird fest und schon ist das Wachstuch fertig! Hat sich das Wachs ungleich verteilt: Das Tuch zwischen zwei Lagen Backpapier legen und kurz ohne Dampf bügeln. So geht übrigens auch das „Auffrischen“, sollte das Wachstuch nach einiger Zeit zu brüchig werden oder eine neue Schicht Wachs benötigen.

Für die Orientierung, wieviel Wachs man für ein Tuch braucht: Bei we love handmade findet sich eine gute Anleitung mit Bildern.

Variante 2, üppig und auf Vorrat:

Ein altes Backbleck mit etwas höherem Rand nehme, viel Bienenwachs hineingeben und im Backrohr verflüssigen lassen. Vorsichtig ab 50 Grad die Temperatur rauffahre, das Wachs soll nicht rauchen. Blech mit dem hohen Rand und dem flüssigen Bienenwachs herausnehmen, Baumwolltuch in beliebiger Größe hineintunken und mit Wachs ansaugen lassen. Mit einer Zange oder ähnlichem Gerät herausnehme und zum Antrocknen kurz halten oder mit Kluppen auf einen Strick klemmen. Vielleicht irgendwo, wo es tropfen darf . . . Danach mit noch ein paar Baumwolltüchern wiederholen, bis alles Wachs aufgesaugt ist. Fertig sind viele schöne Wachstücher – und die nächsten Geburtstags-, Krampus- oder Ostergeschenke gleich mit.

Die Pflege ist übrigens einfach: Nach dem Gebrauch entweder ausschütteln, wenn z.B. nur ein paar Brösel im Wachstuch hängen, oder mit kühlem bis lauem Wasser abwischen. Trocknen lassen, wieder verwenden – und  sich freuen! Schließlich hat man etwas total Praktisches selbst hergestellt (oder gekauft), vermeidet mit dem gesunden Mehrwegprodukt viel Abfall und schont so auch die Umwelt. Gnadenlose PerfektionistInnen kaufen Wachs oder Tücher womöglich sogar aus lokaler Produktion – pfoah.

Bee happy!

Text ♥ lui   © Bild: ebenso

Geniales Bio-Mausstützpad aus Linsen

Ein Sackerl Linsen aus dem Kühlschrank oder dem Tiefkühler, schon schont man seine Hand am Schreibtisch bei Laptop, Computer und Co. Special Thanks to Ergotherapie im AKH, wo die hilfreiche Grundidee geboren wurde!

Und so geht’s: Am besten die flachen Tellerlinsen, alternativ auch jede andere Linsensorte (Trockenware!) in ein dünnes Sackerl aus Seide, Baumwolle oder in ein anderes hautfreundliches Material füllen. Oben mit einer Schnur zubinden, ab in den Kühlschrank oder ins Tiefkühlfach. Tellerlinsen deshalb, weil sie Kälte etwas besser speichern als kleinere Linsen-Sorten. Falls jemand die physikalische Erklärung dafür weiß: bitte gerne uns schreiben!

Wenn die Linsen kalt sind: Aus dem Kühlschrank nehmen und vor/neben die Maus legen. So, dass man das Handgelenk bzw. den Unterarm gut darauf lagern kann. Ein bißchen mit der Form und der Füllmenge des Sackerls experimentieren, und schon hat jede und jeder genau die kühle, sich selbst anpassende Unterlage, die das Arbeiten mit der Maus deutlich bequemer macht. Da das Sackerl auch gut am Schreibtisch rutscht, geht das Arbeiten wunderbar.

Meine Empfehlungen: Gleich zwei Linsen-Sackerl machen, so kann man immer eines verwenden und das andere kühlt sich einstweilen ab. Bei Bedarf tauschen. Wer noch mehr oder längere Kühlung braucht, legt eine gefrorene Kühlpatrone unter das Linsen-Sackerl! Wenn’s zu warm wird: Sackerl wenden, schon sind wieder kalte Linsen unter der Pfote.

Warum das eine schlaue Alternative ist? Herkömmliche Stütz-Mauspads sind fast immer synthetisch und nur selten aus biologischen oder unbedenklichen Materialien – und schon gar nicht kühlend! Die Kühlung ist für Computerjunkies aber echt angenehm, für Menschen mit Sehnen- oder Muskelbeschwerden sogar notwendig. Sie mindert akuten Schmerz durch das Verengen der Gefäße und fördert die Durchblutung durch die Erweiterung derselben, nachdem die Kühlung aufgehört hat (© Ergotherapie AKH).

Wer es lieber ohne Kühlung mag: Einfach das Linsensackerl ohne Kühlschrank-Lagerung verwenden. Die sich anpassende Struktur der Linsen ist jedenfalls eine sehr angenehme Stütze.

Ausprobieren und weniger leiden beim Schreiben!

Text ♥ lui   © Bilder: ebenso

Bestes Peeling aus Kaffeesatz & Kokos

Es duftet, es ribbelt, es pflegt: Das Kaffee-Kokos-Peeling ist schnell gemacht und eine feine Alternative für Do-it-Yourself-Fans. Herkömmliche Peelings enthalten nicht selten Mikroplastik, das in immer größeren Mengen in der Umwelt nachweisbar ist – im Wasser, im Meer, in Fischen … Daher: Warum nicht den eigenen  Kaffeesatz verwerten, anstatt ihn wegzuwerfen?

Dazu das schwarze Pulver nach dem Genuß gründlich durchtrocknen lassen. Mit Sonne am Fensterbrett oder winters auf der Heizung (flach ausgebreitet auf Teller, Tablett oder ähnlichem) funktioniert das bestens. Wichtig ist das Trocknen, weil feuchter Kaffeesud gerne schimmelt.

Hat man den straubtrockenen Kaffeesud, mischt man ihn am besten in Kokosöl (Kokosfett). Das gibt es sogar beim ein oder anderen Diskonter zu vernünftigen Preisen in Bio-Qualität und im Schraubglas.

Bewährt hat sich: Eine mittelgroße Menge des Kokosfettes in ein anderes Schraubglas oder einen vorhandenen kleinen Behälter füllen; Kaffeesud dazulöffeln, bis die Masse gut gesättigt ist; und fertig! Wer es dichter mag, nimmt mehr Kaffeesud, wer weniger Gerubbel will, nimmt weniger Kaffee.

Der Kaffeesud im Öl erzeugt eine angenehme Reibung auf der Haut und enthält noch immer genügend Inhaltsstoffe, etwa das für die Haut begehrte Koffein. Gemeinsam mit dem pflegenden Kokosöl duftet es herrlich und die Haut ist nach dem Abrubbeln mit dem DIY-Peeling seeehr geschmeidig.

Einziger Nachteil: Kaffeesud  ist und bleibt braun. Anwendungen empfehlen sich daher in der Dusche/Badewanne. Dass man diese danach – je nach eigenem Perfektionsgrad – vielleicht kurz auswischen wird, ist aber ein geringer Preis für’s Bio-Peeling. Wer sommers einen Garten oder Balkon mit Gartenschlauch zur Verfügung hat, erspart sich auch den.

Alternative für nicht-peelende KaffeetrinkerInnen: Der getrocknete Kaffeesud düngt Tomaten und Hortensien ganz hervorragend! Ohne Kokosöl :-)

Text ♥ lui

Schlau abschminken Volume 2

Mehrweg statt Einweg: Wer nicht mehr jeden Tag Tücher oder Wattepads in den Abfall werfen will, der hat für das Abschminken mehrere gute Alternativen:

Waschbare Abschminkpads aus Stoff gibt es mittlerweile immer öfters zu kaufen, BastlerInnen können aber genau so gut selbst Hand anlegen. Einfach einen geeigneten weichen Stoff, z.B ein altes T-Shirt oder eine Stoffserviette oder ähnliches in kleine Rechtecke oder Kreise schneiden. Fertig! Nach dem Abschminken in die Waschmaschine werfen, warten bis die nächste Wäsche zusammenkommt und mitwaschen. Natürlich könnte man den Wasserverbrauch dazu diskutieren – aber ehrlich: die kleinen Dinger passen zu jeder Wäsche zusätzlich dazu.

Optimal wird es, wenn man zwei Stück Stoff in der selben Größe übereinander legt und dann am Rand zusammen näht. So kann in der Waschmaschine nichts ausfransen. Das Nähen geht mit der Hand, mit der Maschine oder auch als liebevolle Beschäftigungstherapie für Omis und Onkels :-)

Die Vorteile: Man kann zwei unterschiedliche Stoffe zu einem Pad zusammennähen und hat so eine weichere und eine rauhere Seite – letztere z.B. aus alten Frottee-Handtüchern. Das so gebastelte Mehrweg-Produkt spart täglich Müll und man kann Stoffrest sinnvoll verwerten. Wunderbar!

Wer keine Stoffreste hat oder lieber etwas mehr mit den Händen werkt: Die kleinen Kreise lassen sich auch mühelos häkeln! Wichtig: weiche Wolle nehmen, damit es nicht kratzt. Wer noch nie gehäkelt hat, es aber gern probieren will: Unzählige Tutorials finden sich HIER. Zum Beispiel auch dieses mit gleich mehreren Mustern:

Text ♥ lui   © Foto: ebenso